#7 Trauer am Arbeitsplatz. Wie gehen wir mit Kolleg:innen um, die einen Verlust erlitten haben?

Shownotes

Wenn ein Mensch stirbt, verändert sich das Leben der Hinterbliebenen grundlegend. Doch während privat alles stillsteht, geht der berufliche Alltag einfach weiter: Meetings, Deadlines, Smalltalk in der Teeküche. Für Kolleg:innen entsteht dabei eine Unsicherheit: Wie verhalte ich mich richtig? Soll ich die/den Betroffenen ansprechen oder lieber in Ruhe lassen? Und darf ich nach ein paar Tagen so tun, als wäre nichts passiert? In Episode 7 von „In guten Händen @ Dobretsberger“ geht es darum, wie Trauer im Arbeitsumfeld Raum bekommen kann, ohne zu überfordern.

Mehr Infos zur Bestattung Dobretsberger: www.dobretsberger.at

„In guten Händen @ Dobretsberger“ wird produziert von wepodit.

Transkript anzeigen

00:00:05: Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Episode von In guten Händen et Doppelitzberger, dem

00:00:11: Podcast

00:00:12: rund um Leben Tod und Trauer.

00:00:14: Mein Name ist Nora Meyer und gemeinsam mit dem Linzerbestatter Ehepaar Julia und Martin Doppelsberger bespreche ich monatlich alles rund um diesen spannenden Themenkreis.

00:00:25: Julia Martin, ihr seid ja schon gewohnt vom Podcast-Mikrofon?

00:00:29: Hallo an euch beide wieder

00:00:31: mal!

00:00:32: Und mittlerweile sind wir es gewohnt.

00:00:35: Ihr macht eurer Sache sehr gut.

00:00:36: Vielen

00:00:36: Dank, wir bemühen uns!

00:00:39: Das Thema um das heute geht hat mich letztes Jahr selbst betroffen.

00:00:44: ein Kollegin hier bei uns im Büro die hatte nämlich einen Todesfall in der Familie war relativ überraschend eigentlich und ich habe gemerkt dass ich selber total verunsichert war in der Situation als Kollegin.

00:01:00: Wie soll ich denn mit ihr nun im Arbeitsalltag umgehen?

00:01:04: Soll ich sie immer wieder mal fragen, wie sie gerade geht.

00:01:08: Sollte sie in Ruhe lassen weil sie vielleicht eh gar nicht darüber reden will... Also das habe ich schon gemerkt!

00:01:14: Das hat etwas gemacht mit mir und vor allem mich sehr stark verunsichert.

00:01:18: Julian Martin Toder am Arbeitsplatz.

00:01:21: Wie umgehen, es wird ja auch andere Hörer und Hörerin betreffen.

00:01:25: Wir wollen da ein bisschen genauer darauf eingehen heute.

00:01:28: Was sind so eure Gedanken dazu?

00:01:29: Jula magst du starten?

00:01:31: Ja erstens finde ich es mal schön dass dich das verunsichert hat weil es zeigt ja nur dass du der Kollegin wahrnimmst mit dem nicht nur am Arbeitsplatz sondern als Mensch.

00:01:43: und ich find's wenn dieser Thema ist das schön ist wenn man es anspricht Und einfach sagt du, ich habe das gehört.

00:01:50: Dass eben der Todesfall bei dir eingetreten ist und ich bin jetzt total verunsichert weil eigentlich möchte die wahrnehmen und gleichzeitig weiß er nicht.

00:01:57: Soll es für dich jetzt wichtig dass wir am Arbeitsplatz so quasi die Pause vom Trauern haben, dass sie die nicht darauf ansprechen.

00:02:06: Oder ist es für dich in Ordnung, wenn ich die immer wieder drauf anspreche?

00:02:09: Weil mich bewegt's total und ihr möcht jetzt eigentlich auch da sein!

00:02:13: Also Sie finden diese Offenheit ganz wichtig.

00:02:15: und auch den anderen zu fragen – das wird kein allgemeines Rezept sein weil das ist Tagesverfassung.

00:02:20: von der Trauer wissen wir, die kommt in Wälen.

00:02:23: Wenn man heute möchte drüber sprechen am nächsten Tag nettern, ist das zu respektieren aber anzusprechen.

00:02:29: und so sagen wir, mir ist ein Offenes miteinander wichtig Und du kannst mir das jederzeit sagen, wir können auch Zeichen vereinbaren.

00:02:36: Das ist nicht immer Sagenwürst.

00:02:37: Du sagst Zeichen für heute rät man nicht drüber oder ein Zeichen... Ich möchte gerne darüber sprechen also dass es nonverbal geht.

00:02:45: Eine gute Erfahrung ist auch wenn derjenige den es betrifft vielleicht auch einmal dann wenn sie einen Rundmehl schreibt und sagt ma bei mir ist es vorgefallen und ich hätte es gerne so dass man einfach auch derjenige von wer die meiste Erfahrung von Trauernden ist, das für sie voll schwierig ist.

00:03:03: Es schwebt so im Raum keiner spricht es an manchmal fühlen sich sogar isoliert Und dass einfach der proaktiv sagt, das ist bei mir passiert.

00:03:12: In einem guten Moment, das geht wahrscheinlich nicht jeden Tag, aber in einem guten moment, dass ich da mal hinsitze und sage so, ich möchte jetzt meinen Kollegen ein bisschen Anleitung geben wie es vielleicht gerne hätte mit dem Vermerk und es kann aber anders auch sein, aber dass man mal einlädt, dass man zum Thema macht vielleicht auch, dass wir am Arbeitsplatz... Wie wollen wir in unserem Arbeitsumfeld umgehen, wenn ein Traferl eintritt?

00:03:40: so was passiert, einfach sagt okay wie wollen wir uns wahrnehmen?

00:03:43: Wie wollen wir miteinander umgehen dass es dann ein offenes Miteinander ist.

00:03:47: Aber an sich zeichnet die Kollegen nur aus das sie einfach auf dies eingehen wollen.

00:03:51: also an sich ist es eine schöne Geste dass der Mensch eben nicht nur Arbeitskraft ist sondern Kollege einfach mit Gefühlen und mit Familie.

00:03:59: ich habe gemerkt natürlich Es ist natürlich ein Unterschied auch, wir sind ein sehr kleines Team.

00:04:04: Da ist natürlich noch viel mehr persönlicher wie vielleicht in einem Konzern wo halt dann vom Kollegen du das hörst den der und der Abteilung sitzt ja wo du vielleicht an einen anderen Umgang hast weil du ja gar nicht so viele Nähe hast zu dem oder der Kollegin Martin Der umgang jetzt haben wir eckrock gehört ist da wahrscheinlich sehr individuell.

00:04:24: wenn jetzt mein Kollege meine kollegin sagt ich will da gar nicht drüber reden aber dass es sie oder ihm beschäftigt, soll ich's trotzdem noch mal probieren?

00:04:35: Oder soll ich das dann

00:04:36: akzeptieren?".

00:04:38: Also grundsätzlich ist es ganz gut Menschen ernst zu nehmen und wenn jemand nicht darüber reden möchte, dann finde ich das auch in Ordnung.

00:04:45: Es ist eine Sache allerdings nicht darüberreden zu wollen und eine andere Sache nicht so wissen wie man darüber reden will.

00:04:52: Und da kommt jetzt noch dazu also ganz viele Settings die da mitherein spielen ist das ein Todesfall, der mich als Arbeitnehmer betrifft, der in einem Team eingebetet ist.

00:05:06: Und auch wenn es eine große Firma ist, dann ist sozusagen das umgebende Team immer dann trotzdem überschaubar.

00:05:12: Das sind also Menschen, die bei einem unmittelbaren Umfeld da sind und dann gibt's vielleicht eine größere Runde wie man mitergessen geht oder wie Veranstaltungen stattfinden oder dergleichen mehr.

00:05:22: Das heißt, da ist das ganz wesentliche... an erster Stelle überhaupt zu sagen, dass der Todesfall da war.

00:05:28: Es kann ja sein ich bin einige Tage nicht da.

00:05:31: die anderen wissen vielleicht gar nicht so genau warum.

00:05:33: aus Datenschutzgründen wird dann vielleicht auch von der Geschäftsleitung nichts kommuniziert sondern seit einem Sonderurlaub oder was auch immer man kann das vom Fliegefreistellung bis irgendwas alles sein und dann ist es ein Todesfallen und wenn ich das selber nicht in den Raum stelle dann wissen die anderen gar nichts davon und der Mensch der trauert fühlt sich per se isoliert.

00:05:55: Das wird man ihm auch nicht nehmen können in gar keiner Form, aber man kann es abmeldern.

00:06:02: Ich muss schon aus meiner eigenen Komfortzone insoweit herausgehen, dass ich sage das war.

00:06:05: Das kann ganz kurz und knapp passieren, das kann per E-Mail passieren.

00:06:09: Es kann sein, dass man eben zum Teamleiter geht oder zur Teamleiterin zum vorgesetzten Ebene und dort das kommuniziert und sagt bitte, kommuniziere das für mich!

00:06:19: Man kann sich da so durchaus auch Hilfe holen oder gute Freunde im Unternehmen, wo man sagt bitte kannst du das für mich einmal die Runde strahlen.

00:06:26: Dass die Bescheid wissen ob man dann schon eine Rezept hat wie man möchte dass die Leute mit einem umgehen ist dann eine andere Sache und wahrscheinlich ist einer der besten Plätze wo man miteinander reden und schweigen kann die Kaffeemaschine wo man wo man zusammen kommt.

00:06:43: ich glaube das gut es immer wieder mal darauf anzusprechen.

00:06:46: hat sie was verändert an deiner Meinung oder darf ich die noch so akzeptieren und stehen lassen.

00:06:54: Das heißt diese Einladung auch eine gegenteilige Aussage treffen zu dürfen, weil sonst haben wir das Gefühl dass wir ja unser Gesicht verlieren wenn wir einen Tag sagen ihr möcht nicht drüberinnern und am nächsten würde ich gern dem anderen mich an seiner Schulter ausweinen und am dritten Tag was ganz anderes.

00:07:11: also da haben wir ja selber auch nicht so den Plan für uns das heißt Einladungen auszusprechen noch mehr draufzuschauen, hat sich das verändert oder nicht.

00:07:20: Das zweite Setting ist was es wenn es einen Kollegen oder der Kollegin betrifft die stirbt und dann ist im Team auf einmal so eine Lücke da und dann sind nicht eine Person betroffen die vielleicht am Rande des Teams glaubt zu stehen sondern dann steht auf einmal das ganze Team am Rand und jeder für sich und jeder hat ganz andere Ideen dazu wie wir das jetzt lösen oder nicht lösen Und dann braucht es schon durchaus eine gewisse Anleitung.

00:07:50: Das kann aus dem Team heraus sein, wenn man eben sagt so jemand nimmt das in die Hand und sagt gehen wir mit der gestern jetzt reden wir mal darüber wie wollen wir damit umgehen?

00:07:59: oder aber eben wirklich aus der vorgesetzten Ebene dass man sagt das ist ein Thema und das möchte ich auch dass wir das ansprechen ganz offen dass sie uns die Zeit dafür nehmen wie wir als team damit umgehend als jemand fehlt und zwar nicht nur aus Kompetenz und Arbeitsperspektive, sondern menschlich.

00:08:17: Wie gehen wir mit dieser Lücke um?

00:08:20: Wollen wir ein Gedenken in der Firma haben?

00:08:24: In welcher Form macht es uns das leichter oder schwerer?

00:08:29: Und vor allem wie lösen wird diese Situation langfristig?

00:08:32: Wir können also schon mal ein Bild am Arbeitsplatz aufstellen oder man kann auch Nachrichten auf diesen Platz hinlegen oder einen Buch auflegen wo man immer wieder Gedanken hineinschreiben kann Aber irgendwann wird dieser Platz nachbesetzt werden und dann soll nicht der nächste, der kommt.

00:08:48: Also in dieses Loch hineinfallen das dort emotional entstanden ist.

00:08:53: Und das Dritte... ...und dass es auch nicht leichter ist wenn ein Vorgesetzter stirbt.

00:08:59: also das ist nochmal schwieriger insofern als da ja nicht nur hierarchische Beziehungen vielleicht bestanden haben sondern genau diese Ebene in der Leitung ja die Aufgabe hat genauso durch gruppen dynamischen Prozesse zu steuern, zu strukturieren aufzuarbeiten und wahrzunehmen.

00:09:21: Und wenn jetzt diese Führung dann wegfällt, dann ist es fürs Team echt eine Herausforderung wie wir damit jetzt umgehen?

00:09:29: Und vielleicht ist gerade auch Beführungs-Ebenen aber das kann natürlich bei Kolleginnen oder Kollegen auch sein.

00:09:35: Die Person jetzt dann vielleicht auch gar nicht so beliebt gewesen.

00:09:39: darf ich dann auch sagen, dass manches jetzt leichter wird.

00:09:41: Und also das sind ganz schwierige Dinge die da mit daher kommen und das Wichtigste ist einfach eine Ehrlichkeit, die man committet.

00:09:51: Das heißt wo wir uns darauf einigen, Dinge so aussprechen zu dürfen wie wir sie empfinden aber in all der Wertschätzung für das Leben des Menschen und in dem Wissen, dass dieser Mensch einen Umfeld hat, das jetzt einfach massiv von Trauer betroffen ist

00:10:07: Was mir da auch einfallen und was gut dazu passt.

00:10:10: zu dem Thema Sensible mit so einer Situation umgehen, ich rede jetzt wieder von dem Fall meiner Kollegin die jemanden in der Familie verloren hat.

00:10:19: Die Situation dann nach ein paar Tagen, dass man sich immer fragt ist es jetzt okay wenn wir wieder lachen.

00:10:26: Also ich mit den anderen Kollegen und Kolleginnen ist das jetzt respektlos weil die betroffene Person sitzt ja auch da und der ist offensichtlich nicht zum Lachen zu muten oder einfach dieses Ganz normal über was Alltägliches reden, so wie wenn nichts passiert wäre.

00:10:43: Also da hab ich gar ein sehr schlechtes Gefühl gehabt und ich hab auch nicht gewusst, wie jetzt mit dem umgehen soll.

00:10:49: Was hatten die Kolleginnen eigentlich gesagt?

00:10:50: Hast du sie angesprochen?

00:10:52: Ja wir haben dann auch ausgemacht, sie sagt es, wenn sie darüber reden möchte.

00:10:56: also ich habe ja eh das Angebot auch gemacht also ich glaube ich instinktiv eh gut reagiert aber trotzdem solche Situationen waren dann nach wie vor schwierig habe ich halt so empfunden.

00:11:09: Die Situationen sind auch schwierig und das darf man auch im Raum stehen lassen, es ist so dass der Alltag natürlich daneben weiterläuft und die Welt dreht sich und zwar ganz unbarmherzig weiter.

00:11:20: und auch aus eigener Wahrnehmung darf ich das so erzählen, mein bester Freund verstorben und da ist es nicht immer leicht wenn draußen gelacht wird oder wenn es lustig ist.

00:11:37: Und gleichzeitig möchte man aber auch nicht, dass alle traurig sind.

00:11:40: Weil die eigene Trauer versteht sowieso niemand und diese Grundannahme ist absolut richtig, die darf auch so stehen bleiben.

00:11:52: Gleichzeitig sollen aber alle anderen deswegen jetzt sich nicht schwarz beflacken und überhaupt keine Freude mehr am Leben haben weil wir sonst ja keine Perspektive mehr haben uns dieser Lebensfreude wieder zuwenden zu dürfen.

00:12:06: Das Wichtigste daran ist eigentlich, dass das eine zu fragen, wertschätzend zu sein.

00:12:12: Ist es für dich okay wenn wir über ganz banale Dinge auch reden?

00:12:17: Wenn es dich stört bitte sagst oder machen wir uns ein Zeichen aus wie du es uns sagen kannst und das kann sein, dass sozusagen ein Smiley am Arbeitsplatz hängt und der ist einmal so oder einmal anders herum aufgehängt oder wie ich immer.

00:12:30: ob die Pflanze auf der linken oder rechten Seite vom Tisch steht.

00:12:34: Einfach diese erhöhte Aufmerksamkeit jetzt in dieser Situation, das muss natürlich irgendwann sich aber dann auch wieder ein allgemeines Miteinander auflösen dürfen und gleichzeitig die Freude im Team zu leben damit auch die Lebensfreude in die Trauer hineinscheinen kann.

00:12:52: Und da sind oft so ganz kleine Momente wo man sich als Trauer an der selber ertappt dass man jetzt gerade gelacht hat.

00:12:59: Und selber vielleicht sogar ein schlechtes Gewissen hat, das heißt in Wahrheit weiß ja auch der Mensch, der trauert nicht ganz genau wie er mit sich umgehen soll.

00:13:08: Wie soll er also dann Fragen beantworten können?

00:13:10: Die vor allem allgemeingültig und längerfristig gültig sind?

00:13:13: und auf der anderen Seite braucht man diese Momente damit man aus dieser Situation auch wieder herauskommt.

00:13:20: Also manchmal ist es ganz gut so Alltagsgeräusche rundherum zu haben und dieses normale Brummen des Ladens oder des kollegialen Miteinanders, mit allen Höhen und Tiefen vielleicht zu sagen ein wenig sensibler einfach dort zu sein wo Probleme herangetragen werden.

00:13:37: das vielleicht auch lässt dann über Kollegen dass es sicher keine gute Idee also nicht nur über die trahende Person sondern über andere Personen.

00:13:46: Einfach ist ganz generell keine gute idee aber in der Situation ist es schon so dass man sich denkt mal was du für Probleme hast.

00:13:55: Also da sind einfach andere Probleme viel, viel größerer das heißt diese Alltagsprobleme die kann man durchaus ein wenig abmildern aber Einladen dabei zu sein und auch auszuhalten wenn wir alle beim Tisch sitzen Freude und Spaß haben Und die Person hört so und lacht nicht mit und es ist trotzdem sehr gut dass sie da ist.

00:14:16: Zusammenfassung finde ich ganz wichtig dass man mal offen kommuniziert was ist passiert wer es verstorben, was macht das mit der Familie?

00:14:25: Das ist ja systemisch gesehen, da passiert ja so viel.

00:14:28: Und dass man dann einlädt durch Zeichen die man sich ausmacht immer wieder ins Gespräch zu kommen und das aber genauso okay ist wenn das Leben für die anderen weiterläuft weil sie manchmal vielleicht sogar Einladung von der eigenen Trauer Pause haben um sich dem anzuschließen.

00:14:44: Gleichzeitig, dass das Umfeld des Kollegiale sich ausmachen und Martin sagt, es ist grundsätzlich wichtig keine Bewertungen im Leben zu haben, also nicht ständig jemanden zu bewerten.

00:14:54: Aber gerade da auch, weil wir trauern dem Melken uns das auf zurück, glauben die dann, dass ich meinen Verstorbenen vergessen hab, wann ich jetzt schon wieder lustig bin.

00:15:02: und eigentlich tut es ihnen aber mal gut eine Pause zu haben vor den ganzen Gefühlen und einfach mal so zu tun als wär das Leben du ganz in Ordnung?

00:15:10: Also das ist so viel und wenn man's schaffen, einfach dies nicht zu bewerten sondern immer offen einander einzuladen, kann er gutes Miteinander sein.

00:15:17: und ein allgemeines Rezept gibt's!

00:15:20: Leider nicht.

00:15:21: Sondern es ist wirklich da füreinander dazusehen, diese große menschliche Kompetenz und die Rückmeldung, wenn sie in einem Unternehmen total ignoriert wird, dass ich ein Sterbefall in der Familie habe, dann werde eigentlich nur als Arbeitskraft wahrgenommen und dann schon die Tendenzer des Unternehmens zu verlassen.

00:15:37: Weil ich fühle mich nicht angenommen mit meinen ganzen Themen, die ihr habt?

00:15:41: Und da muss man sagen ganz ehrlich das Trauern lernen wir im Leben und zwar von Geburt an.

00:15:47: Das heißt Wir verlieren Freunde die in der Schule wechseln oder wo wir nicht mitgehen.

00:15:54: Die Beziehung

00:15:54: geht in die Brüche?

00:15:55: Also das sind so

00:15:56: viele... Die Haustiere verstärben, also es gibt ganz viele Möglichkeiten, wo wir im Leben lernen mit unserer Trauer umzugehen bevor es überhaupt zum Todesfall kommt.

00:16:05: und das ist eine Arbeit genauso.

00:16:07: Die Arbeit ist ja ein Schmelztiegel von Lebensrealitäten

00:16:11: Man bedenkt, wie viel Zeit wir am Arbeitsplatz miteinander verbringen.

00:16:15: Also das ist ja total intensiv!

00:16:17: Und auch da lernen wir in Wahrheit vom ersten Tag wo wir anfangen uns vorzubereiten auf den Moment wo ein so allumfassender Impact also so eine Konsequenz da ist wie ein Todesfall.

00:16:31: Das heißt wir machen Fehler und sind enttäuscht von uns selber.

00:16:34: Und das ist immer auch nicht rund, da haben wir auch keine Freude.

00:16:37: Wenn alle anderen einen Spaß haben und selber denken sich meine Güter, wie bügel ich das jetzt wieder gerade oder wie bad ich das aus?

00:16:44: Dann gibt es vielleicht in der Firma die Situation, dass jemand belastet ist ohne dass ein Sterbefall hat.

00:16:49: Wenn die Kinder krank sind wenn man zu pflegende Eltern zu Hause hat, wenn man gerade einen Heimplatz organisieren muss oder den Wohnungsstand auflöst weil die Eltern ins Heim umziehen oder auf der Pflege da ist und dann ist man mit Sorgen konfrontiert, die vielleicht auch keinen Ausdruck vermögen ein Haustier verstirbt.

00:17:09: Und da ist es sicher ganz gut in einer oder anderen Situation wo sich das machen lässt sich vorher schon mal zusammenzusetzen und sagen wie gehen wir denn eigentlich mit sozialen Rückschlägen, mit Tiefen im Leben als Team um?

00:17:24: Wie wollen wir denn das leben?

00:17:26: Die Wahrscheinlichkeit dass irgendeines dieser Szenarien eintritt ist so groß dass es absurd wäre zu sagen, das ist kein Thema mit dem wir uns befassen müssen.

00:17:35: Und dann können wir gemeinsam üben und vorzubereiten auch auszutesten und zu loten was funktioniert und was hat nicht funktioniert?

00:17:43: Und so offen auch zu sein und sagen also das war eine super Idee aber in der Praxis war es totaler Quatsch!

00:17:48: Das machen wir jetzt anders

00:17:50: Vielleicht sowieso eine Schatzkiste sammeln im Vorfeld, wie wollen wir damit umgehen?

00:17:56: und ich würde sagen das können pensionierungsfeiern sein.

00:17:59: Das sind auch ganz massive Abschiede.

00:18:01: wo jemand aus dem aktiven Berufsleben plötzlich nicht mehr verfügbar ist als Mentor oder als Erfahreneur oder kriege schwere Diagnose kann ja uns allen passieren dass man sie einfach zusammensetzt und so ein bisschen Schatzkäste sammelt die Ideen, wie könnten wir denn damit umgehen?

00:18:18: Und dann versucht man halt diese Tools und ja, man darf scheitern.

00:18:21: Also man darf Scheitern!

00:18:23: Wir sind alle nicht perfekt, aber wir bemühen uns und ich glaube auch auf das kommt es an.

00:18:27: Kommen wir mal vielleicht noch einmal kurz auf das Beispiel zurück.

00:18:31: Trauer im Büro.

00:18:33: eben ein Kollege eine Kollegin hat den Todesfall in der Familie.

00:18:40: Es war jetzt ein paar Tage alles ganz normal und dann hat man Meeting Und plötzlich geht es der Kollegin oder dem Kollegen ganz schlecht.

00:18:49: Wie soll man sich dann verhalten?

00:18:51: Also ich rede jetzt vielleicht sogar von dem, dass er einfach zu weinen anfängt, sie zu weinern anfängt.

00:18:56: und wie geht man mit so was dann um?

00:18:59: Wahrnehmen also weil das kann ein paar Tage später, das kann Jahrestage betreffen, das kannst du immer haben.

00:19:07: Und im Endeffekt wahrnehmen einfach sagen wir Soll man das jetzt ... Das Mieting werden wir nicht unterbrechen können, aber dass man einfach sagt, ich seh.

00:19:16: Da ist emotional was im Raum.

00:19:19: Setzen wir uns nachher zusammen?

00:19:20: Dass dieser Raum hat!

00:19:22: Also wenn das Mieten sich unterbrechend lässt, dann sollte man es auch unterbrechnen und dann macht man eine kurze Pause.

00:19:28: Ich glaube also, dass dem emotionalen Ausdruck einfach auch Raum gegeben sein sollte.

00:19:31: Jetzt stellen wir's mal vor, jemand hat ein krankes Kind zu Hause oder die Katze oder der Hund ist dem Einschläfer nahe und dann passiert er selber im Setting Und da wird es wahrscheinlich noch viel schwieriger, weil beim Sterbefall hat jeder auf einmal Verständnis und beim Haustür dann womöglich nicht.

00:19:49: Da ist die Kränkung viel größer.

00:19:51: Das heißt ich bin schon in Meinung ganz klar ansprechen was ist und das ist aber auch die Aufgabe der Gesprächsleitung.

00:19:58: Also jemand der das Gespräch führt, der hat die Verpflichtung Dinge die jetzt in dieses Setting hereinkommen ob sie geplant sind oder nicht auch aufzugreifen und dann ganz klar zu sagen Das ist jetzt eine Ausnahmesituation, da machen wir jetzt eine kurze Pause und wenn sich keine Pause machen lässt dann sozusagen es ist voll okay.

00:20:18: Wenn du da kurz aussteigst aus diesem Meeting und bitte hol dir Hilfe oder stell dir jemanden zur Seite und wir sprechen dann bei der aller nächsten Gelegenheit darüber Und die alle nächste Gelegenheit, das sollte dann nicht eine sein.

00:20:32: Wo man sagt so was war denn das jetzt?

00:20:33: Sondern wo man darauf eingesagt was beschäftigt dich gerade wie geht es dir jetzt?

00:20:38: und diese menschliche Seite einfach auch würdigt und wertschätzt in dem Moment wo man das einmal erlebt hat?

00:20:44: dass ist okay ist auch Emotionen zu zeigen und dass man Mensch sein darf.

00:20:49: In dem moment bestärkt man eigentlich das gesamte Team in der Miteinander Auch in Situationen sich einzulassen, wo ich mich vielleicht nicht hundertprozentig sicher fühle oder wenn mich etwas belastet auch zu dem Meeting hinzugehen.

00:21:03: Weil es kann gut gehen und ich schaff's.

00:21:06: aber wenn man in der Situation drüberfährt und sagt das hat jetzt hier keinen Platz In dem Moment zerstört man eine Teamkultur nachhaltig weil sich ja jeder davor schaut Vielleicht selber mal in diese Situation zu kommen.

00:21:19: da wird man also das System und auch das Unternehmen erodieren.

00:21:24: Das heißt also, was sich daraus ja eine besondere Verantwortung, logischerweise kommt da auch der Führungskraft zu?

00:21:31: Die Erleitung dieses Gesprächs – es muss jetzt nicht unbedingt die Führungskraft sein!

00:21:34: Es kann ja auch jemand anderes sein, aber genau.

00:21:37: Denensel gibt es eine Person, die für ein Meeting verantwortlich ist, zumindest sollte das so sein.

00:21:42: Und dieser Person kommt diese Aufgabe zu.

00:21:45: empfehlen kann ich da nur ganz nachhaltig generell sich mit Wertschätzentren und bedürfnisorientierter Kommunikation zu beschäftigen, um hinzuschauen.

00:21:55: hinter dem emotionalen Ausbruch steht ja ein Bedürfniss das in dem Moment nicht erfüllt ist.

00:22:01: Und zu schauen was braucht denn dieser Mensch diese Person jetzt damit sie wieder in eine Balance kommt?

00:22:09: Und zwar nicht damit sie funktioniert sondern damit überhaupt eine Handlungsfähigkeit da ist dass ein Haarfolge nicht dann auch gestalten zu können.

00:22:17: Vielleicht springen wir noch ein paar Wochen nach vorne, Monate nach vorne.

00:22:21: die Zeit vergeht und man sagt immer Zeit halt alle wunden.

00:22:24: vielleicht ist dann im Büro doch wieder sehr großer Alltag eingekehrt.

00:22:29: wie kann ich denn als Kollegin dann nach Monaten noch unterstützen sein?

00:22:34: soll ich dann immer wieder noch fragen du brauchst du was?

00:22:38: Willst du mal wieder drüber reden oder ist es dann irgendwann vorbei?

00:22:43: Also grundsätzlich glaube ich, dass jeder schon noch eine gewisse Verantwortung für sein eigenes Leben und wohlbefinden trägt.

00:22:51: Und es liegt nicht an allen Kolleginnen und Kollegen sich jahrelang daran zu erinnern, dass ich irgendeine emotionalen Tiefpunkte in meinem Leben hatte – das kann ja von Haustiere, Scheidung, Kinderkrankheit Diagnosen etc.

00:23:08: sein, das wäre eine völlig Überforderung aller anderen.

00:23:12: Sondern die Frage ist eigentlich wie gibt es ein Setting wo ich als Einzelperson mich mit meinen Sorgen auch wenn sie vielleicht lange zurückliegen so einbringen kann dass sich sie wertgeschätzt sehe?

00:23:24: Das kann ein Morgenkreis sein und das kann ein Meeting sein regelmäßig das kann ja eine Klausur sein was auch immer.

00:23:31: also welche Systeme wollen wir im Team etablieren?

00:23:36: Das kann auch ein Mittagessen sein, oder wie wir in eine Pause starten.

00:23:41: Auf der Work-Drink

00:23:42: wäre auch möglich.

00:23:42: Genau!

00:23:43: Auch so auf der Work wär da sicher ne gute Gelegenheit einfach solche Dinge anzusprechen.

00:23:47: aber wo haben wir Netze die uns gegenseitig auffangen?

00:23:50: Weil es betrifft ja nicht eine Person weil dann würde sie wirklich am Rande stehen und das betriffte in Wahrheit jeden.

00:23:56: Jeder hat einmal Sorgen und jeder hat seine Rückschläge und jeder hatte seine Probleme ob sich jetzt beruflicher Natur sind oder privater.

00:24:04: und wo ist denn der Platz, wo wir in dieser Gemeinschaft auf Zeit, die wir in der Arbeit haben das gut ausleben können bzw.

00:24:13: uns auch menschlich wahrgenommen fühlen?

00:24:15: Also ich nehme mit dass diese Episode Wahrnehmung ist ganz ein wesentlicher Faktor wenn es eben um Trauerfälle am Arbeitsplatz geht um den richtigen Umgang mit der Kollegin Bedürfnisse wahrzunehmen ja einfach auch da zu sein in diesem Umfeld?

00:24:33: Ja, offene Kommunikation und auch Mut zum Scheitern.

00:24:36: Also dass man nicht aus Perfektionsansprüchen, weil man möchte so ein perfekter Kollege sein und so ultimativ damit umgehen, dass man manchmal sich selbst im Weg steht.

00:24:46: Sondern dass man einfach sagt mal – Und auch wenn das jetzt ein holpriger Versuch ist, ich möchte es gerne ansprechen!

00:24:51: Oder auch einfach mal zu sagen... Entschuldigung oder auch einfach einmal zu sagen, dass wir nicht weiß was man sagen soll.

00:24:57: Man hinzugehen sozusagen mal….

00:24:58: Ich würde dich jetzt gerne darauf ansprechen.

00:25:01: überhaupt keine Idee, wie das jetzt gehen soll.

00:25:03: Und diese ganz ehrliche Planlosigkeit vor sich herzutragen und vielleicht macht uns das gerade dann menschlich und annehmbar für diese

00:25:12: Person.".

00:25:14: Und

00:25:15: so die Rückmeldungen zeigen dass die Angst was falsch ist zu sagen viel größer ist als wie die Ablehnung des Gegenübers.

00:25:26: also die fühlen sie eher nicht und eher zu wenig angesprochen als wie zu viel.

00:25:31: Also das würde ich gerne mitnehmen.

00:25:33: jetzt abschließend, dass man wirklich sagt bevor er nix sagt, redest lieber an und bin ehrlich und authentisch.

00:25:41: Und mach zumindest ein Gesprächsangebot damit sich die andere Person gesehen fühlt.

00:25:46: Danke für diese Tipp zum Thema Trauer am Arbeitsplatz!

00:25:51: An euch beide.

00:25:52: liebe Julia Lieber-Martin, liebe Hörer und Hörerinnen.

00:25:55: – Das war die siebte Episode von In guten Händen et Dobretsberger der Podcast rund um Leben, Tod und Trauer.

00:26:04: Wenn ihr nähere Infos haben möchtet zum Unternehmen Doppelitzberger wir verlinken euch die Website natürlich wieder in den Show-Notes Und wenn ihr dem Podcast noch nicht abonniert habt holt das bitte gleich nach zum Beispiel auf Spotify oder auf

00:26:18: Apple

00:26:18: Podcasts.

00:26:19: Wir hören uns dann wieder am ersten Dienstag des nächsten Monats.

00:26:24: Lieber Julia lieber Martin Danke fürs da sein!

00:26:26: Bis zum nächsten Mal

00:26:27: Sehr gerne.

00:26:38: Dieser Podcast wurde produziert von WePod it.

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