#6 "Mama, muss ich eigentlich auch mal sterben"? Wie erklären wir Kindern den Tod?

Shownotes

Wie erklärt man einem Kind, dass die Mama nie mehr wiederkommt? Und wie reagiert man auf angstvolle Fragen wie: „Muss ich eigentlich auch mal sterben“? In dieser Episode von „In guten Händen @ Dobretsberger“ sprechen Julia und Martin Dobretsberger über einen kindgerechten Umgang mit dem Thema Tod. Sie geben Tipps, wie Kinder altersgerecht in ihren Verlusterfahrungen begleitet werden können.

Mehr Infos zur Bestattung Dobretsberger: www.dobretsberger.at

„In guten Händen @ Dobretsberger“ wird produziert von wepodit.

Transkript anzeigen

00:00:02: Hallo, herzlich willkommen zu in guten Händen

00:00:05: at

00:00:06: Dobritsbergern.

00:00:07: Dem Podcast rund um Leben Tod und Trauer!

00:00:11: Ich bin Nora Meyer und gemeinsam mit dem Linzer Bestatter Ehepaar Julia und Martin Dobritzberger spreche ich monatlich über alles rund um diesen so spannenden Themenkreis.

00:00:23: Julia Martin?

00:00:24: Schön, dass ihr da seid.

00:00:26: Freut

00:00:26: uns.

00:00:27: Vielen Dank.

00:00:30: Wie erklärt man Kindern den Tod.

00:00:33: Es ist eine ganz schwierige Frage, finde ich die wir heute in Episode sechs zu klären versuchen oder zumindest eine Annäherung geben möchten.

00:00:44: Denn was antwortet man wenn ein Kind plötzlich fragt Mama muss sich eigentlich auch einmal sterben?

00:00:50: Ich kann mich auch noch an meine frage an die mama damals erinnern.

00:00:54: Oder Wann kommt denn die Oma wieder?

00:00:57: Wenn die oma plötzlich weg ist?

00:00:59: Lieber Julia lieber Martin ihr habt Ja, selber Kinder haben wir in der Folge eins bereits besprochen.

00:01:05: Ihr habt außerdem beruflich tagtäglich mit dem Tod zu tun.

00:01:09: also ihr seid meiner Meinung nach die prädestinierten Ansprechpartner für dieses Thema.

00:01:15: Starten wir vielleicht eh.

00:01:16: wie ehrlich soll darf man beim Thema Tod zu Kindern sein?

00:01:20: Was antwortet man wenn solche Fragen kommen?

00:01:23: Auf jeden Fall ganz ehrlich!

00:01:25: Also es ist die unmittelbare Ehrlichkeit Vielleicht sogar in einer Verbalisierung, die für uns etwas zu direkt ist damit sie keine Ausschmückungen hat.

00:01:36: Und vor allem auf eine Art und Weise wie wir es als Erwachsene auch gerne hören würden.

00:01:44: Denn soweit weg von den kindlichen Vorstellungen sind wir angesichts des Todes und der Jenseitsvorstellungen nicht.

00:01:51: Das heißt jeder hat so sein eigenes Bild und jeder hätte auch gerne sein eigener Bild gerne behalten vielleicht ein wenig inspiriert oder angereichert.

00:02:00: Aber keiner hat eine Freude, wenn man eine Vorstellung einem wegnimmt und bei Kindern ist das genauso.

00:02:06: Das heißt sehr ehrlich aber mit viel Gefühl, mit einem Einfüllungsvermögen, einem guten Setting, dass einfach auch die Möglichkeit zum Gespräch bietet und gleichzeitig die Welt des anderen vor allem der Kinder eben berücksichtigt und

00:02:23: wahrnimmt.".

00:02:23: Aber was sagt man konkret?

00:02:26: Also wenn jetzt der Kind zu mir kommt und sagt, Mama muss ja mal sterben.

00:02:29: Was antwortest

00:02:30: du?

00:02:30: Wir alle müssen einmal sterben.

00:02:32: also jedes Lebewesen das geboren wird was zur Leben beginnt muss auch irgendwann wieder sterben Und dann kann man sich gemeinsam drüber unterhalten warum das so ist.

00:02:45: Also Kinder sind da je nach Alter sehr pragmatisch.

00:02:48: die Welt würde einfach sehr voll werden wenn alle weiter leben.

00:02:51: Das heißt wenn immer nur welche geboren werden und keiner stirbt Dann geht es sich nicht aus.

00:02:56: Kinder verstehen das auch.

00:02:58: Und wenn ein Körper alt wird und krank ist, dann muss er sterben.

00:03:03: also auch dass es für Kinder durchaus naheliegend.

00:03:06: Wie gesagt wichtig ist, dass das Alter berücksichtigt wird, das Verständnis des Kindes und dass eben diese Offenheit da ist vor allem zu fragen wie siehst denn du das?

00:03:17: Was glaubst denn du?

00:03:18: denken wir mal gemeinsam darüber nach nicht immer.

00:03:20: wir als Eltern sind gefordert diese total gescheiten Antworten zu kennen und die Intelligenz gepachtet zu haben.

00:03:27: Also bei uns war es ja so, als die Kinder geboren wurden.

00:03:30: da war dieses Buch wo alles drin steht alle antworten dieser Welt.

00:03:33: das war leider gerade vergriffen dass unsere Eltern ja noch hatten.

00:03:37: zumindest in der Vorstellung glaubt man immer Eltern wissen alles sie können alles und irgendwo müssen die das ja herhaben.

00:03:43: dann wird man selber ältern und kommt drauf dass die genauso schwimmen wie man selber und dass wahrscheinlich den eigenen Kindern auch immer so gehen wird.

00:03:51: und insofern sind wir aus unserem Leistungsdenken, auch wie Sie es in der Schule erfahren.

00:03:55: Da steht jemand vorne und der weiß alle Antworten.

00:03:58: Ein wenig darauf gedrillt dass es jemandem gibt, der richtig und falsche Antworten auseinanderhalten kann.

00:04:03: Und das gibt's in dieser Frage nicht!

00:04:05: Und insofern ist die Grundidee eigentlich dieses Philosophieren mit Kindern die Frage zurückzugeben und zu sagen was denkst denn du eigentlich?

00:04:15: Dann kommt eine Antwort, die auf jeden Fall zu hundert Prozent individualkind gerecht ist weil sie von dem Kind kommt Und auf dieser Antwort können wir dann aufbauen.

00:04:25: Da kann ich dann sagen, das ist eine schöne Vorstellung oder das sind spannende Gedanken und ich seh das so nicht.

00:04:31: aber weil aber wischt eine Aussage weg die vorher da gestanden ist sondern einen anderen verbindern dass er nebeneinander von zwei Ideen und dann schauen wir, wo wir uns gemeinsam hin entwickeln.

00:04:42: Könnt ihr euch noch erinnern, Julia?

00:04:44: Wie es bei euch war, wie die Allegra auf euch zugekommen ist und diese Frage gestellt hat.

00:04:49: Also die Allegriere ist mit dieser Frage nicht auf uns zu gekommen weil sie ja natürlich von Geburt an mit uns mit gelebt hat

00:04:57: das mitbekommen

00:04:58: hat.

00:04:59: Und ja, da ruft jemand an weil jemand verstorben ist und dann ändert sie die Stimme wenn man ist traurig.

00:05:07: Also ich wollte zum Ergänzen zu Martin dazu sagen dass ich finde es ganz wichtig ist in welcher Verfassung bin ich als Erwachsener wenn nicht mit meinem Kind drüber spreche?

00:05:15: also ich find's ganz wichtig dass ich mich vorher einmal mit dem Thema Auseinandersätze was machts mit mir?

00:05:21: Was hab' ich für Vorstellungen?

00:05:24: Die Erfahrung ist, dass die Kinder auf dem Ganzen natürlichen.

00:05:27: geradlinigen direkten Zugang zu dem Thema haben.

00:05:30: Und wir Erwachsenen haben mehr das Problem damit, weil es mit Ängsten besetzt ist, weil jemand schon verstorben ist in unserer Familie.

00:05:36: Also ich hab's gemerkt hier mit meiner Tochter beispielsweise ein Kinderbuch also eine Trauerbibliothek im Haus und Kinderbücher werden immer so von meiner Toachter getestet auf Tauglichkeit ob die Zeichnungen schön sind.

00:05:50: und dann lese mir dir das Kinderbuch und mir kommen totale Tränen.

00:05:54: also das heißt Abschied von Upa Elefant.

00:05:56: Wir kommen total die Tränen, weil ihr meinen Opa gedacht habt.

00:05:59: Und dann hat natürlich die Erlegerin gefragt, Mama wieso weinst du?

00:06:02: Und da hab ich es geschafft in dem Moment und gesagt, weil ich traurig bin und weil ich jetzt gerade an meinen Open denke – und das macht mir noch immer trauriger, wenn ich ihn vermisse, weil er in meinem Leben einen wichtigen Stellenwert gehabt hat – und so lernen Kinder von uns Erwachsenen wie wir mit dem Thema umgehen.

00:06:18: Ich finde es ganz wichtig dass wenn die Tränen fließen bei Mama und Papa, dass man auch zum Kind sagt ich bin traurig.

00:06:24: Und nicht, na na alles gut!

00:06:26: Weil das verwirrt Kinder.

00:06:27: Mama ist offensichtlich traurige, total verzweifelt womöglich.

00:06:30: Und sie sagt aber dann alles Bestens.

00:06:33: Sie findet ehrlich stimmig zu sein und einfach dazu stehen, dass das Gefühle macht und sich diese Gefühlen überleben.

00:06:41: Also es ist jetzt nicht ich bin Traurig und bleib ewig trauriger sondern die Mama ist einmal traurigen wenn sie an den Opa denkt.

00:06:48: Erzählen wir uns vielleicht gegenseitige Erinnerungen und dann kann die Stimmung sie wieder verändern.

00:06:52: Also diese Trauerkompetenz, die Kinder davon ihren Eltern vorgelebt bekommen, die entwickelt sich zu einer Lebenskompetenz auf – die können Sie immer wieder zurückgreifen!

00:07:02: Und auch wenn die Kinder mit den Eltern die Natur beobachten, beispielsweise ein Schmetterling oder da liegt der Schneckenhaus, dann kann man immer mit den Kindern wie Martin gesagt hat ins Philosophieren kommen.

00:07:12: Wo glaubst du wo jetzt das Schmetternling ist?

00:07:14: Die Schnecke ist da gerade ausgezogen, wo ist sie jetzt?

00:07:17: Und dann sind die Antworten immer kindgerecht.

00:07:19: Das einfach bald genug ganz offen mit dem Kind zu philosophieren und einzuladen eigene Ideen zu entwickeln.

00:07:26: Ehrliche Zuwendung auch den eigenen Gefühlen gegenüber.

00:07:29: das heißt zu sagen ja ich bin jetzt traurig und das geht aber wieder weg.

00:07:34: Mir würde interessieren, weil wir auch das Stichwort Alter angesprochen haben.

00:07:37: Erstens mal was glaubt ihr?

00:07:39: Ab wann werden Tod und Sterben überbegreiflich für Kinder?

00:07:42: plus eben bald genug hast du gesagt drüber reden Julia.

00:07:46: Was ist ein Alter?

00:07:48: Wann kann ich das dem Kind zumuten?

00:07:51: Also grundsätzlich gibt es kaum ein falsches Alter, weil wie gesagt unsere Kinder sind wahrscheinlich das beste Beispiel dafür dass sie von Geburt dann mit dem Thema konfrontiert waren Und sie sind wirklich entzückende Kinder geworden.

00:08:05: Und das darf man wahrscheinlich so jetzt nicht mehr zu ihnen sagen, jetzt sind sie zehn und dreizehn.

00:08:09: Also es sind richtig coole Kids und schon fast erwachsen.

00:08:12: Aber das heißt Sie haben einen gesunden Umgang damit.

00:08:16: Grundsätzlich gibt es ganz viele Klassifizierungen und jedes Alter ist immer problematisch wenn wir uns nähen.

00:08:21: aber so ganz grob kann man's einteilen in der... Sagen wir uns, Kleinkindphase.

00:08:27: Also wo Kinder, sag ich jetzt mal von der Geburt dann bis drei bis fünf Jahren so in der größten Ordnung das überhaupt keine Trauer aus eigenem Anders hinsichtlich der Endlichkeit da.

00:08:38: Das heißt man ist deswegen traurig weil die Eltern trauriger sind.

00:08:41: Da hängt man also sehr stark an dieser Bindung zu den Eltern.

00:08:44: wenn die Eltern weinen Dann weinen die Kinder mit weil sie verzweifelt sind weil es muss offensichtlich auch etwas Schlimmes sein.

00:08:53: Wichtig ist, dass dort das ja magische Denken dann einsetzt zwischen drei und fünf Jahren.

00:08:59: Dass sich dann also bis zur Schule ein wenig auflöst.

00:09:04: Und bei unseren Kindern auch noch ein bisschen mit hineingegangen ist vielleicht.

00:09:09: aber da ist die Vorstellungskraft eine unendlich starke... Das heißt, in dem Moment wo ich zum Friedhof gehe und aus welchen Gründen die Kinder nicht mitgehen.

00:09:18: Grundsätzlich empfehlen wir das Kinder mitgehen sollten.

00:09:20: aber sollte das nicht möglich sein und die Kinder gehen nicht mit.

00:09:23: Und sie merken dass Mama und Papa wohin gehen wo sie eigentlich nicht hin wollen und sie sind ganz traurig dann muss das ein ganz furchtbarer Ort sein.

00:09:32: Da heißt es sicher gut einfach am Tag vorher zur Aufbauung zu gehen und den Ort herzuzeigen und zu sagen Schau so schaut das aus!

00:09:39: Wir sind nicht deswegen traurige weil das eine schlimme Situation ist sondern den Menschen so gern gehabt haben.

00:09:45: Also ihr pletiert auf dafür, hör euch raus Kinder da wirklich auch aktiv mitzunehmen?

00:09:50: Auch vielleicht zu frisch verstorbenen Oma zum Beispiel oder

00:09:53: nicht?

00:09:53: Das ist vielleicht nochmal ein eigenes Thema über das wir sprechen sollten.

00:09:56: also da gibt es das Prinzip wie ganz immer bei Kindern das Prinzip der Freiwilligkeit dass heißt man kann sie mitnehmen und man kann es ihnen anbieten und grundsätzlich sollten sie zu nichts gezwungen werden Und man sollte sie möglichst klar und deutlich darauf vorbereiten, ohne plumige Ausschmückungen oder es irgendwie zum Schreiben sondern die Realitäten beschreiben.

00:10:20: Aber von den Altern her wir waren jetzt ungefähr so bei fünf Jahren und wenn wir dann fünf bis zehn Jahre nehmen das ist also bis ja auch so Beginn des Alter von der Sekundarstufe der Schule da ist es dann so dass Kinder es verbalisieren können dass jemand gestorben ist und jemand der tot ist, der kommt nicht wieder.

00:10:40: Aber verstehen tun sie es eigentlich nicht?

00:10:44: Das heißt so sagen... Es schließt sich nicht aus das man sagt, der ist tot, er kommt nicht wider.

00:10:49: wann kommt er denn also?

00:10:50: diese Gleichzeitigkeit die darf dort sein.

00:10:54: Die Unendlichkeit versteht man versteht man nicht in diesem Alter.

00:10:59: Verstehen wir auch schwer?

00:11:01: Und dann kommt das Jugendliche Alter bis zum jungen Erwachsenenalter, wo man sagt, da bildet sich langsam das Verständnis auch dieser emotionalen Unendlichkeit aus zu begreifen dass jemand der stirbt wirklich nicht wiederkommt und diesen Schmerz sozusagen in der Ablehnung des Lebens sozusagen auch zu erfahren.

00:11:22: Das heißt die Trauer ist eine sehr große und individuelle Insbesondere weil wir merken, dass wir Teil einer Gemeinschaft sind.

00:11:30: Also als Kind dreht sich die Welt um mich.

00:11:33: Später bin ich Teil einer Gemänschaft und das was ich tue... ...und meine Gefühle haben Einfluss auf diese Gemeinsschaft.

00:11:40: Das ist das was wir eigentlich so im Wesentlichen in der Pubertät dann auch lernen.

00:11:44: Und dann sagt man so ab der Pupertät sollte das Trauer Verständnis eigentlich ausgeprägt sein.

00:11:51: Meine ganz persönliche Erfahrung ist, dass sie wahrscheinlich irgendwo so in der Mitte stehen bleibt und wird zwar sehr kognitiv geschult sind, unsere verbalen Äußerungen dann hinsichtlich einer sozialen Akzeptanz zu reduzieren.

00:12:05: Das heißt wir schaffen es zu sagen ich weiß dass er nicht wieder kommt und das jetzt alles aus ist und auch diese Trauer zum finden und gleichzeitig versucht unser Kopf und unser Herz auf Hochtouren einen Ausweg aus diesem Dilemma zu finden sich zu denken mal vielleicht wenn ich doch an diesen besonderen Ort fahre, vielleicht ist der Mensch da oder ich spreche mit der Person und das tut mir einfach gut.

00:12:31: Oder ein vielleicht jetzt moderneres Beispiel.

00:12:34: Ich schreibe eine WhatsApp an eine Nummer die es nicht mehr gibt.

00:12:38: Aber es tut mir gut!

00:12:40: Und das macht natürlich überhaupt keinen Sinn.

00:12:43: aber wenn es gut tut dann hilft es und insofern dürfen wir akzeptieren dass wir aus dem magischen Denken wahrscheinlich als Menschen hoffentlich nie ganz rauskommen.

00:12:54: haben wir wahnsinnig viel darüber gesprochen und gerade da habe ich oft das Gefühl, dass man mit Worten gar nicht zu unseren Gefühlen, die daher kommen, hinkommen.

00:13:03: Und deswegen ist für mich so Kreativität ein ganz wichtiges Tool sowie der Martin, der es gerade gesprochen hat, dass er einfach eine Wurze... an jemanden schreibt, den es so gar nicht mehr gibt.

00:13:12: Also dass wir Erwachsene und vor allem auch den Kindern erlauben auf eine kreative Art und Weise zu unseren Gefühlen zu kommen.

00:13:20: Wir können noch viel darüber sprechen das ist im Kopf aber wir müssen eigentlich ins Herz.

00:13:25: Und das kann über kreativen Zugang sein beispielsweise bei Kindern.

00:13:29: Dass man sie einlädt nicht nur Gemi zum Begräbnis sondern möchte es vielleicht der Kerze bemalen.

00:13:35: Möchte es vielleicht einen Stein bemahlen um den dann aufs Grab hinlegen.

00:13:39: Oder willst du der Oma noch eine Zeichnung mitgeben und den können wir noch in den Saag legen oder zur Urne dazugeben?

00:13:46: Oder wollen wir gemeinsam irgendwas pflanzen, also dass man einfach den Kindern ermöglicht übers tun und über auch ihre Ideen?

00:13:53: wie könnte man jetzt der OMA noch ein Freude machen dass man über die Kreativität ins Tun kommen und über das Tun ins Gefühl.

00:14:02: Das ist eine ganz schöne Möglichkeit, da können wir Erwachsene uns dann gerne bei den Kindern anhängen, weil im Wahrheit wenn die Oma verstirbt, dann ist er für mich meine Mama und auch mein inneres Kind in der Trauer betroffen.

00:14:16: Wir sind gar nicht so weit entfernt von den Kindern und erlauben uns mit den Kindern etwas Kreatives zu machen was wir als Erwachssene uns nicht erlaubt würden.

00:14:26: Also ich finde, das ist ein schönes Ventil am Mit den Kindern mit diese Trauer zu leben und der Trauer einen kreativen Ausdruck zu geben.

00:14:34: Das sind

00:14:34: gerade kleine Kinder wollen ja Antworten haben.

00:14:37: also die sind da gerade dabei ihr Weltbild aufzubauen und sich zu gestalten Und sie wollen jetzt mal Bausteine haben und es kann man auch ganz wörtlich nehmen.

00:14:47: also je nach dem was das Kind gerne tut Ist es völlig in Ordnung zu sagen Keine Ahnung, wie funktioniert das Begräbnis von der Oma oder was passiert denn da jetzt?

00:14:57: Und dann herzugehen und so sagen.

00:14:59: Dann holen wir die Lego-Kiste und dann spielen wir das jetzt mal oder das Playmobil oder mit Bausteinen oder wenn jemand gerne in der Natur tausend ist, dann gehen wir einmal hinaus und dann graben wir mal ein kleines Grab und dann schauen uns das an, wie das ist.

00:15:13: Also diese Vorbereitung auf spielerischer Basis und Kinderlernen durchspielen.

00:15:18: In diesem Spielen Kanalisieren sie auch ihre Emotionen, können sie einordnen und es ist trotzdem etwas was außerhalb meines Lebensbereiches stattfindet.

00:15:30: Das heißt das Spiel ist eine Welt für sich.

00:15:33: aus der kann ich nachher wieder aussteigen und nur weil ein Kind fragt muss ich auch einmal sterben?

00:15:38: heisst dass nicht dass jetzt eine vierstündige Abhandlung haben möchte über den Tod des Leben Das leben danach, meine religiösen Weltanschauungen und alles was die Familiengeschichte anbelangt.

00:15:47: Sondern da reicht manchmal ein kurzes Ja wir alle müssen sterben wenn mir einmal alt krank sind Und dann reicht das auch Und dann ist die Sache erledigt.

00:15:58: Also Kinder sind da viel spontaner, nur weil wir glauben dass das jetzt ein ganz langes Gespräch wird.

00:16:03: heißt es nicht also für kinderlang interessantes?

00:16:05: Das heisst an die Trauer pfützen!

00:16:07: Dass Kinder quasi springen wie wenn sie in der Latschen reinspringen In dieses Gefühl rein, in die Trauerein und die können aber genauso wieder raus springen.

00:16:15: Wir Erwachsene bleiben da tendenziell länger in dieser Stimmung drinnen, aber Kinder also das ist oft gar nicht so leicht für uns Erwachsenes Tempo mitzuhalten weil die sind traurig in einem Moment und im nächsten Moment.

00:16:26: der Körper reguliert es dass quasi wenn das Gefühl zu viel werden würde dann steigen Kinder aus und machen wieder was anderes und das gilt auch dann zu respektieren.

00:16:34: also nicht als Erwachser sagen du wir waren aber gerade da beim Begräbnis sondern zu respekten des Kindes jetzt.

00:16:39: Geistig war anders, es ist ein Selbstschutz und das respektiere ich jetzt.

00:16:43: Und das Kind darf zu mir kommen!

00:16:45: und weitersprechen.

00:16:46: Das ist einfach so, du?

00:16:47: Aber jederzeit kommt zu mir wenn du drüber sprechen wirst!

00:16:50: Und das ist in Ordnung.

00:16:51: Es gibt ja trotzdem, weil wir bei den Emotionen sind sehr ängstliche Kinder.

00:16:55: Ich war ein sehr äengstliches Kind, kann ich mich erinnern und mir hat es wirklich immer extremer Angst gemacht.

00:16:59: Ich bin auch ewiglich oft dann zu der Mama gegangen und habe gesagt, Mama, ich fürchte mir irgendwie dass ihr mal stirbt oder dass du einmal stirbst.

00:17:06: Wenn man jetzt so ein wirklich ängsliches Kind hat wie geht man damit um?

00:17:11: Also ich hab's vorhin, also grundsätzlich gibt es zwei Aspekte.

00:17:16: Das eine ist die Trauer und das andere ist das Wissen über den Tod.

00:17:20: Und da sind zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe.

00:17:22: Die Trauer ist sozusagen die eigene Wahrnehmung der Gefühle, die da sind in Bezug auf den Menschen aus der Liebe und aus der Freundschaft herausgespeist, die sich nicht mehr erwidert.

00:17:34: D.h.,

00:17:35: die nichterwiderte Liebe oder die nichtauslebbare Liebe dass die das Gefühl der Trauer ist.

00:17:42: Und auf der anderen Seite ist es einfach dieses ganz faktische Wissen, wie ist das so in der Welt?

00:17:47: Also wie funktioniert diese Welt und werden wir sterben und wie stirbt man?

00:17:51: Und da gibt es gerade aus der Trauapsychologie ganz interessante Untersuchungen, die im Wesentlichen aussagen, dass Menschen von Kindern sterben weil sie alt sind Und auf diese magische Grenze von hundert, die wir ja mittlerweile auch durchaus regelmäßig erreichen in der Menschheit etwas sehr dankbares weil das ist dreistellig.

00:18:13: Also es sind aus der Sicht von Kindern wenn sie jetzt fünf sechs Jahre sind, ist ein Dreißigjähriger schon wirklich sehr alt.

00:18:19: Ja leider!

00:18:20: Muss man als eigener Erfahrung dann wahrnehmen dass man dann schon mit Sie angesprochen wird.

00:18:26: Das sind so ja die Wege... Wenn man den Zenit des Lebens vielleicht schon nahe ist.

00:18:31: Aber diese Zuwendung sozusagen zur Sterblichkeit über das Alter, das zweite ist die Krankheit.

00:18:40: Die schwere Krankheit also nicht die leichte Krankheit weil jeder hat schon mal einen Schnupfen gehabt oder man bricht sich sogar einmal einen Fuß und das überlebt man ganz gut.

00:18:48: Das heißt dieser Erfahrung ist sehr schnell da.

00:18:49: es muss schon eine wirklich starke Krankheit sein.

00:18:53: so wie kranke Tiere dann einfach auch sterben ist der Unfall.

00:18:59: Und Unfälle, und das es in der Welt der Kinder auch nur selbstverständlich passiert, nicht immer noch anderen?

00:19:05: Also auch wenn... jetzt gibt's natürlich ängstliche Kinder die vielleicht mehr Sorge haben, wohin unterzufallen.

00:19:11: aber wenn sie diese Sorge habe dann kann man sich in dem Rahmen wo sicher ist ermutigen dass ihr es schaffen werden.

00:19:19: Aber die Angst, die man im Leben hat ist ja immer auch Ein Warnsignal, dass es gefährlich wird.

00:19:25: Und grundsätzlich ist das jetzt per se nichts Schlimmes ein zurückhaltenderes oder vielleicht auch vorsichtigeres Kind zu haben.

00:19:33: Also für Eltern ist es sicher nervenschonender ein vorsichtigeres Kind zu sein als einen rechten Traufgänger und auch das hat Platz.

00:19:40: aber das heißt diese drei Gründe alter schwere Krankheit und Unfall sind eigentlich die Gründe warum man sterben kann und die rechtfertigen dann wenn so außergewöhnliche Situationen entstehen wie andere Kinder sterben.

00:19:58: Und warum sterben die?

00:19:59: Da muss es eine ganz, ganz schwere Krankheit geben oder eben einen Unfall.

00:20:04: Das Alter scheidet da naturgemäß aus und dann können sich Kinder das auch gut erklären lassen.

00:20:10: aber da braucht es einfach diese Offenheit nicht das wegzudrücken weil das macht natürlich Sorgen sondern ganz ehrlich anzusprechen und vor allem auch Formulierungen wie Es ist eingeschlafen oder hat einschlafen können zu vermeiden, weil wenn jemand beim Einschlafen stirbt dann heißt das ja auch wenn ich einstaffe oder die Mama lebt.

00:20:29: Dann stirbt ihr womöglich und da hat man die Konsequenz also dass die Kinder nicht schlafen wollen bzw.

00:20:35: es die Eltern nicht schlafend haben wollen und wachhalten.

00:20:39: Das heisst so sind diese oder jemand ist von uns gegangen.

00:20:42: könnte hier heißen, dass wenn jemand geht das einfach nicht wieder kommt?

00:20:46: Und diese sehr bildhafte Sprache ist bei Kindern in der Verweichlichung, wie wir sie als Erwachsene oft verwenden.

00:20:55: Weil wir die Bedeutung dahinterkennen sehr problematisch.

00:20:58: Das heißt jemand, der gestorben ist, ist gestorbt oder ist tot aber er erlebt nicht mehr...

00:21:04: Also eine klare Benennung.

00:21:05: Aber es ist eigentlich so hart wie wir es als Erwachsenen nie formulieren würden

00:21:11: Auch in der Wahrnehmbarkeit dass man auch den Kindern die Möglichkeit gibt, wenn jetzt die Oma zu Hause verstirbt.

00:21:19: Dass die Kinder auch die Verstorbene angreifen können um wahrzunehmen.

00:21:22: Da verändert sie die Haut, da verändert sich die Farbe der Haut und die Temperatur.

00:21:27: Der Prostkorb bewegt ihn immer auf und ab.

00:21:30: Also einfach um den Kindern das näher zu... bringen und begreifbar zu machen.

00:21:34: Wir wollen sie auch begreifen, im Wort steckt er schon drinnen, dass wir das irgendwie haptisch erfüllen müssen.

00:21:39: Weil wie sollen sonst die Kinder wissen was der Unterschied ist zwischen schlafen und gestorben sein?

00:21:45: Und da ist ein großer Unterschied!

00:21:47: Und so gibt es auch Bücher.

00:21:49: wieso?

00:21:49: weshalb?

00:21:49: warum Tod und Trauer für Kinder zum Beispiel.

00:21:52: Das ist ein wunderbares Einstieg wo man einfach mit Kindern die vielleicht ängstlich sind das gut miteinander anschauen kann.

00:21:59: Und Angst, das ist mir auch noch wichtig.

00:22:01: Nicht wegdrücken, nicht sagen mal du brauchst ja keine Angst haben.

00:22:03: Dann würden wir uns Erwachsene, wenn wir das Gefühl formulieren, auch nicht wahrgenommen fühlen.

00:22:08: und so ist es beim Kinder.

00:22:09: Man ist angstert, wovor hast denn Angst?

00:22:11: Und was steht da hinter?

00:22:13: Also einfach zu schauen... Das Kind formuliert etwas um.

00:22:15: was steht dahinter?

00:22:16: und vielleicht kann man über Wege ein bisschen die Angst mildern.

00:22:21: Vielleicht kann man wieder mal den Satz manches aufklären.

00:22:24: aber grundsätzlich die Angst zeigt ja auch dass man was Wichtiges Und ein Trauer ist.

00:22:28: jetzt nicht ein Problem, sondern trauer ist an sich eine gute Lösung, weil die zeigt man, dass mal wer wichtig ist.

00:22:34: Und so formuliert das Kind eigentlich nur, du bist mir voll wichtig und ich möchte, dass du noch ganz lange in meinem Leben bist.

00:22:40: Das ist an Sich was Schönes und auf dem kann man ja aufbauen.

00:22:45: Also ich höre heraus, also wichtig ist auf jeden Fall ehrlich zu sein zu den Kindern ihre Gefühle zu respektieren mit ihnen versuchen Kindlich, möglichst kindgerecht das Thema Tod und Trauer anzugehen.

00:23:00: Das sind so die wesentliche...

00:23:02: Und sich selber in einen guten Zustand.

00:23:03: Also ich finde der erste Schritt ist auch einmal zu schauen was habe ich für Ängste in mir?

00:23:08: Weil dir trotzdem auch im Gespräch mit dem Kind womöglich getriggert werden könnten.

00:23:13: Also find's ganz gut wenn man mal selber schaut wie geht es mir mit dem Thema Tod- und Trauern?

00:23:16: Also ich würde jetzt auch sagen, dass Philosophieren mit Kindern also wie siehst du denn das?

00:23:21: Was glaubst denn Du?

00:23:22: Was hast Du für Vorstellungen?

00:23:25: ganz wesentliche dem anderen zugewandte Art und Weise über dieses Thema zu sprechen, das zweite ist einfach auf Lebensrealitäten aufzubauen.

00:23:32: Wenn wir bei toten Tieren vorbeigehen nicht sofort die Straßenseite wechseln sondern den Kindern auch ihre kindliche Neugierde zu lassen.

00:23:40: was passiert denn wenn ich mit einem Stock den Vogel anstoße spürte noch etwas?

00:23:46: Und auf diese Erfahrungen kann man dann aufbauen.

00:23:49: Der tote Körper spürt nichts, der spürte also auch keine Kälte.

00:23:52: Er hat keinen Hunger, deswegen kann man ihn auch begraben.

00:23:55: Also er braucht doch keine Luft mehr zum Atmen und gleichzeitig aber eine Vorstellung vielleicht auch aufzubauen.

00:24:00: was könnte denn jetzt mit der Seele von dem Vogel sein oder mit dem Geist?

00:24:03: Oder was habe ich denn für Vorstellungen, was dann danach kommt?

00:24:07: Und da kann man schon im Vorfeld bevor überhaupt menschliche Todesfälle in der Familie auftreten Eine gute Basis schaffen.

00:24:13: und es dritt das einfach sich auf das Spiel einzulassen Gerade mit Spielfiguren, das kann auch gerne mit Autos sein oder mit Puppen oder was auch immer.

00:24:23: Das ist ein Feld wo Kinder lernen im Spielen und auch wir Erwachsenen haben das so praktiziert.

00:24:30: Wir waren ja auch mal klein Und da wieder anzutocken und zu sagen dass es ein ganz wichtiges Lernfeld Wo sich Dinge erklären lassen die außerhalb unseres vorstellbaren Familien Settings sind.

00:24:42: Und wenn man das berücksichtigt dann glaube ich Sind Kinder Unendlich dankbar auf der einen Seite und auf die anderen Seite sehr auch inspirierende Gesprächspartner, weil sie uns selber immer wieder mal Gedanken mitgeben, auf die wir selber nicht gekommen werden.

00:24:57: Und die in ihrem Spiel uns eine Welt aufzeigen, die wir sonst nur ganz schwer erfahren können – denn wir können ja nicht in die Köpfe unserer Kinder hineinschauen!

00:25:09: Wie dankbar ist es wenn Sie es uns zeigen?

00:25:11: Schön Sehr schöne Abschlussworte.

00:25:13: Wir haben ein bisschen reingespürt in das Thema Umgang mit Kindern, mit Tod und Trauer.

00:25:20: Danke für eure Inputs dazu!

00:25:22: Sehr, sehr wertvoll!

00:25:23: Liebe Hörerinnen, ich hoffe ihr habt euch auch etwas mitnehmen können.

00:25:29: Das war die sechste Episode von In guten Händen at Dobritz Berger dem Podcast rund um Leben, Tod und trauer.

00:25:37: Alle vier Wochen erscheinen wir immer am ersten Dienstag im Monat.

00:25:41: Wenn ihr uns noch nicht abonniert habt, dann macht das bitte gleich zum Beispiel

00:25:45: auf Spotify oder

00:25:46: auf Apple Podcasts.

00:25:48: Vielen Dank Martin!

00:25:49: Vielen Dank Julia.

00:25:50: ich freue mich auf's

00:25:51: nächste Mal.

00:25:52: Sehr gerne

00:25:52: bis zum nächsten Mal Bis zum nächsten

00:25:54: mal.

00:26:05: Dieser Podcast wurde produziert von WePod it.

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