#5 Bestattungskultur im Wandel: Wie geht "Abschied nehmen" heute?
Shownotes
Früher war ein Begräbnis klar geregelt. Der Gang in die Kirche und auf den Friedhof, die Rituale, die Abläufe – vieles war vorgegeben. Man wusste, wie „Abschied gehört“. Heute ist vieles offener, aber vielleicht auch unsicherer. Welche Rolle spielt Religion heute noch bei Begräbnissen? Ist das kirchliche Ritual noch wichtig oder wird es zunehmend ersetzt? In Episode 5 von „In guten Händen @ Dobretsberger“ spricht das Bestatter-Ehepaar Dobretsberger mit Moderatorin Nora Mayr über den Wandel der Bestattungskultur.
Mehr Infos zur Bestattung Dobretsberger: www.dobretsberger.at
„In guten Händen @ Dobretsberger“ wird produziert von wepodit.
Transkript anzeigen
00:00:05: Herzlich
00:00:06: willkommen zu In guten Händen et Doberitzberger, dem Podcast rund um Leben tot und Trauer.
00:00:13: Ich bin Nora Meyer und gemeinsam mit dem Linzerbestatter Ehepaar Julia und Martin Doberitsberger spreche ich einmal im Monat über alles rund um diesen so spannenden Themenkreis.
00:00:24: Lieber Julia lieber Martin schön dass ihr wieder vor den
00:00:27: Mikroplatz genommen habt.
00:00:29: Freut mich!
00:00:30: Sehr gern
00:00:31: Braucht man eigentlich Religion, um gut Abschied nehmen zu können.
00:00:36: Das ist die große Frage, die ich heute gleich zu Beginn unserer Episode mal in den Raum stellen möchte.
00:00:43: Wir wollen nämlich heute über das Thema Bestattungskultur im Wandel reden.
00:00:48: Ja und früher war diesbezüglich ja alles relativ klar.
00:00:52: Behaupte ich jetzt einmal, ist jemand gestorben?
00:00:54: Dann hat es ein kirchliches Begräbnis gegeben.
00:00:57: Heute Hat sie wahrscheinlich vieles verändert.
00:01:00: oder bemerkt man ja auch, viele von uns sind nicht einmal mehr Kirchenmitglied?
00:01:05: Glauben vielleicht auch an ganz andere Dinge.
00:01:08: Wie geht man denn in diesem Spannungsfeld mit dem Thema Bestattung und kirchliches Begräbnis umwarten?
00:01:16: Ich glaube das hast du schon gesagt wir glauben ein etwas anderes also wir glauben nichts.
00:01:22: Also auch jemand, der nicht bei der Religion sich zugehörig fühlt oder nicht aktiv in der Kirche dabei ist.
00:01:30: Der hat einen Glauben, der vielleicht ein Konglomeratus verschiedener in anderen Religionen ist oder der eine ganz eigene Weltanschauung und Vorstellung bezüglich des Jenseits ist.
00:01:41: also wo gehen Verstorbene hin?
00:01:43: Wo sind die?
00:01:44: Bin ich mit ihnen in Verbindung?
00:01:46: Passen die auf mich auf?
00:01:48: Haben dir einen Einfluss auf mein Leben?
00:01:49: Also ich glaube, dass wir einfach eine größere Ausdifferenzierung individueller Natur haben.
00:01:54: Und das gilt es beim Begebnis so weit zu berücksichtigen, dass jeder sich in seiner ganz eigenen Gedankenvorstellungswelt abgeholt fühlt.
00:02:04: Das heißt die Begräbnisse müssen und das ist ganz wichtig vielfältiger und offener werden.
00:02:10: Wir dürfen nicht darauf vertrauen, dass bei Ritualen schon klipp und klar ist was jeder denkt oder welchen Sinn sie haben sondern wir müssen diese Sinnerklärung immer auch mitliefern.
00:02:21: Man muss versuchen, so weit Formulierungen zu finden die über religiösen Weltanschauungen stehen oder aber auch über artistischen Weltanschauungen und das ist glaube ich die Quintessenz des Ganzen natürlich.
00:02:35: früher war es so dass ein Begebnis ganz maßgeblich von der Kirche geprägt war und da sind Abläufe die wir immer noch kennen.
00:02:43: Das heißt man sollte das Begebnissen nicht jedes Mal neu erfinden Weil das würde ja nur zur Verunsicherung führen, dass man eigentlich überhaupt nicht weiß was einen erwartet.
00:02:51: Man kennt es vielleicht von Säkularen Hochzeitsfeiern oder Tauffeiern die dann nicht so heißen Also Namensgebungsfeiern wo man auch als Gast nicht mehr genau weiß wie man sich verhalten soll und was es nächstes kommt.
00:03:07: Und ich glaube beim Begriffen ist es noch umso dramatischer als wir emotional in einer Ausnahmesituation sind Die eben nicht erfreulich sondern eben traurig ist und fordernd.
00:03:16: Und gerade da sollte es so sein, dass derjenige, der den Begebnis vorsteht, Schritt für Schritt erklärt was das Nächstes kommt.
00:03:23: Was das Nächste passieren wird damit die Überraschungen ausbleiben.
00:03:27: War ein kirkeliches Begräbnis vielleicht früher sogar ein bisschen gesellschaftliche Pflicht?
00:03:32: folgen wir gerade ein?
00:03:33: Also hat es einfach dazu gehört...
00:03:37: Ja, das ist ganz spannend!
00:03:38: In Österreich sowieso.
00:03:40: die Frage zum Beispiel nach Feuer- und Erdbestattung war In ganz Europa nicht, also nur in Österreich war das immer auch eine politische Frage.
00:03:48: Das heißt es war ganz klar aufgeteilt in der Schwarze Lager dass die Kirche unterstützt hat und dass sozusagen die Erdbegegnisse favorisiert haben und rot waren so sagen die Politisch gesehen.
00:04:00: Rot waren sozusagen Krematisten, also die Feuerbestattung forcieren wollten und die Abkehr von der Religion ohne Priester auszukommen.
00:04:10: Und das war spannenderweise in allen anderen Ländern Europas eine rein religiöse Frage bis zum zweiten vaticanischen Konzil als der Vatikanen die Feuer bestattung der Erdbestattungen faktisch gleichgestellt hat.
00:04:23: aber bis dorthin gab es also leidenschaftliche Diskussionen.
00:04:26: Insofern hat sich das in Österreich noch viel mehr auch gesellschaftlich manifestiert als in anderen Ländern.
00:04:33: Darf ich da kurz unterbrechen?
00:04:35: Es würde mir jetzt einfach interessieren, warum die Erdbestattung quasi mehr wert war.
00:04:42: Da haben wir vorher Bestattungen, kann man das so sagen, weil es hört sich ja so an.
00:04:46: Mehr Wert war sie
00:04:49: nicht da, aber
00:04:51: das Problem war ein Kirchen... ein dogmatisches Problem, das wirklich sehr spannend ist.
00:04:58: Es ging um diese leibliche Auferstehungs... Da glaube ich an die leiblichen Aufersteinung dass wir so am jüngsten Tag wenn der Herr uns auferweckt sozusagen aufstehen werden in Fleisch und Blut an den Knochen.
00:05:10: und das war so sind die Idee dahinter.
00:05:12: Das heißt wir werden wieder die Menschen sein, die wir im Leben waren.
00:05:16: Und jetzt war die Vorstellung, die wenn durch die Kremation Und das Brechen der Knochen, also die Asche ist ja nichts anderes als der gemahlene Knochern eines Menschen sich die Identität auflöst.
00:05:30: Dann war in der Vorstellung der Kirche vor den neunzehnten sechziger Jahren Unisono die Ansicht oder weitestgehende Ansicht da dass dann eine Auferstehung nicht mehr möglich ist weil die Identitet des Menschen verloren geht.
00:05:43: Das heißt diese Identität in der Ganzheit des Körpers oder dessen was übrig bleibt aus dem Körper der Gebeine war der ganz wesentliche Aspekt.
00:05:51: Darum gibt's auch die Gruft, die ja so sagen viel mehr noch den Menschen konserviert und damit die Voraussetzungen für eine Auferstehung vielleicht nochmal verbessern sollte.
00:06:02: Und das war sozusagen der Spannungsbogen.
00:06:04: Am Ende des Tages war dann die Einigung eigentlich im zweiten vartekanischen Konzil sehr spannend wie man auch gesichtswaren.
00:06:11: Das ist ja ganz wichtig!
00:06:12: Man kann ja nicht zweitausend Jahre eine Meinung vertreten und danach haben wir uns geirrt... sondern wie man Gesichtswarre aus diesem Dilemma herauskam, war dass die leibliche Auferstehung also nicht so leiblich gemeint war, wie sie vielleicht klingt.
00:06:27: Sondern das eine Auferstörung dann möglich ist sozusagen wenn man die Geisteshaltung diesbezüglich hat, dass man auferstehen wird.
00:06:35: und insofern war dann die Lösung, dass wenn man an die Auferstellung glaubt Dann darf man sich auch eineschauen lassen und das ist bis heute tatsächlich so.
00:06:45: Alles klar, bleiben wir bei.
00:06:47: heute wird gerne ein bisschen mehr in die tägliche Praxis von eures Bestattungsunternehmen kommen.
00:06:53: Religiosität – wer haben sie angesprochen hat sich verändert natürlich!
00:06:57: Wie merkt ihr denn dass Julia auch tagtäglich in den Bestattungen, die ihr durchführt?
00:07:02: Welche Wünsche gibt's
00:07:03: da?!
00:07:05: Die Religiosität hat vielleicht abgenommen, aber die Suche nach Spiritualität ist nach wie vor da.
00:07:10: Da gibt es ja Untersuchungen vom Ethnologen des Anfangs des zwanzigsten Jahrhunderts der sie mit Völkern, die nur unerforscht worden auseinandergesetzt und gemerkt hat dass überall Übergangsriten ganz wichtig sind.
00:07:23: Also egal, welche Religionen oder welche Vorstellungen sind in gewissen Lebenswänden und da gehört jetzt die Geburt dazu, da gehört vielleicht eine partnerschaftliche Verbindung oder eben auch der Todesfall dazu haben wir das Bedürfnis als Gesellschaft des Gemeinschafts.
00:07:37: Das war Klarheit erzeugt in dieser ganzen Unsicherheit Und der hat es so wunderschön wie ich finde riete Passage also übergangsritten genannt und das merke schon dass auch wenn die religiosität abnimmt die Suche nach Spiritualität total wichtig und wertvoll ist für die Menschen.
00:07:53: Und dass die Rituale einfach an Bedeutung haben, also sie brauchen trotzdem was ganz einen bewussten Akt um von dem einen Übergang in die nächste Lebensrealität wieder anzukommen.
00:08:05: Und das merke ich schon!
00:08:06: Also viele kommen sagen es sind zwar ohne Bekenntnis aber sie haben sehr wohl ein Bedürfnis Abschied zu nehmen und das Gemeinschaft der Abschied zu nehmen.
00:08:14: Und wir wissen halt nicht mehr, wie Abschied gehen soll?
00:08:16: Wir haben keine Vorstellungen!
00:08:17: Das hat uns vielleicht die Religion ein bisschen vorgelebt.
00:08:20: Ehe wie du gesagt hast, es war so klar, dass da Erdbegräbnis stattfindet.
00:08:23: Es war vielleicht auch für den ganzen Ort der gemeinschaftliches Erlebnis.
00:08:26: Da haben alle gewusst was zu tun ist und wie unter Anführungszeichen Abschied nehmen geht.
00:08:31: Zumindest wies von dem Ritual sie vorstellen können.
00:08:35: Jetzt ist schon so, dass er individuell versuchen sich dem Abschied nähern.
00:08:41: Alten Rituale waren gar nicht so verkehrt.
00:08:43: Sie können nur mit neuem Leben, mit neuen Sinn und einem Verständnis aufgefüllt.
00:08:48: aber man braucht das Rad nicht neu erfinden.
00:08:50: Aber man braucht der Rad.
00:08:52: Also das heißt man könnte sagen bei den Rituellen ist es so dass die Rituelle gut sind aber die Sprache sprechen wir nicht mehr.
00:08:58: Das heißt man braucht eine Übersetzung oder eine neue Sprache für diese Rituaille damit wir sie wieder verstehen können, die ja auch etwas universelleres andocken als Religion.
00:09:10: Hat sich eurer Meinung nach eigentlich auch die Art verändert, wie wir öffentlich trauen?
00:09:15: Zum Beispiel da denke ich jetzt an ein ganz applikatives Beispiel.
00:09:18: Kommen die Leute noch in Schwarz zu Begräbnisse oder ist das auch was, was gar nicht mehr so üblich ist?
00:09:24: man kommt vielleicht im normalen Gewand und einfach sagen... Was fällt euch darauf?
00:09:29: Das ist ja unterschiedlich.
00:09:30: Grundsätzlich ist es so und das wissen wir aus der Kinder- und Jugendarbeit in der Trauer dass Trauer immer mit Dunkelheit verbunden oder der Tod mit Dunkelheit gleichgesetzt wird.
00:09:41: Und insofern ist bei uns, in unserem Kulturkreis, indem wir leben und uns sozialisieren die Trauerfarbe tendenziell in gedeckten Farben, in dunklen Farben zu finden oder im schwarz zu finden.
00:09:53: Das muss jetzt nicht immer das Schwarze sein sondern es kann wie gesagt auch eine andere eher dezente Gedecktefarbe sein.
00:10:02: Der Punkt ist schon dass wenn wir auf andere Religionen oder Kulturen schauen, gerade in den indischen Bereich wo wir sagen ja weiß ist dort die Farbe der Trauer dann ist das natürlich auch weil die das von Geburt an sozialisiert bekommen.
00:10:17: Das heißt wir können nicht mitten im Leben stehend sagen wir ändern jetzt so Grundannahmen unseres Lebens und insofern ist es schon so dass überwiegend die Menschen in dunklen Farben kommen dass sich die eine oder andere Jean drunter mischt, auch Turnschuhe und Snickers durchaus unwohl sind.
00:10:35: Das sieht man im politischen Bereich, also das gesellschaftlich mehr und mehr durchsetzt.
00:10:40: Und es ist ja eine grundsätzlich gute Entwicklung weil man soll sich beim Begegnissen nicht verkleidet fühlen sondern man soll als Mensch und ehrlich wohlfühlen soweit das in dem Kontext möglich ist.
00:10:53: Was wir schon merken ist wenn die Einladung ausgesprochen wird man möge doch bitte in bunten Farben kommen.
00:10:59: Oder noch schlechter ist die Formulierung, man möge bitte nicht in schwarz kommen.
00:11:04: Dass dann die Leute enorm zurückhaltend und extrem verunsichert sind.
00:11:08: Das heißt wenn ich sage, bitte komm nicht in Schwarz, dann denke ich mir zuerst naja was da denn?
00:11:13: Dann nimmt man vielleicht dunkelblau oder ein Andrazid oder einen Grau vielleicht noch aber recht bunt.
00:11:20: Traut man sich so oft... Neon-gelb
00:11:21: wird es nicht werden wahrscheinlich.
00:11:22: Genau!
00:11:22: Wenn dann die Einladung kommt, bitte kommt im bunten Farben.
00:11:27: Die Erfahrung am Friedhof schon, die das oft eine dunkle Jacke angezogen wird.
00:11:32: Und wenn man dann auf den Friedhof kommt und man sieht es alle anderen auch bunte Farben tragen, dann wird die Jacke abgelegt.
00:11:38: Das heißt, man möchte nicht der einzige Clown sein vor Ort, der den Joke irgendwie nicht gecheckt hat und sich blamieren, sondern man möchte auf der sicheren Seite bleiben.
00:11:49: kann man das schon machen, dass bei Begriffenissen auch andere Farben getragen werden.
00:11:53: Aber man sollte es dann eben auf der Einladung auch vermerken.
00:11:56: Das heißt wenn auf der Barote steht bitte tragt ein rotes Assessoir oder kommt gerne in Neonfarben von mir aus weil das dem Verstörbenden ein Anliegen war und weil er immer bunte Hawaii-Hämten getragen hat, dann werden das alle bestätigen können die ihn kennen?
00:12:12: Und dann werden die Wiesen ab.
00:12:13: deswegen mache ich das und das macht Sinn und dann traue ich sie mich auch.
00:12:17: Das heisst die Ermutigung auszusprechen Und gleichzeitig in der Trauerfeier, aber trotzdem all jenen einen Platz und eine Bedeutung zu geben.
00:12:25: Die auch in anderen Farben kommen also die sich nicht getraut haben.
00:12:29: Also man soll die dann nicht so sagen als eine Randgruppe wahrnehmen, die halt einfach zu feig waren sondern schon in den Raum stellen.
00:12:36: es gibt Menschen die sich das trauen dass zu leben und es gibt menschen die vielleicht da noch zurückhaltender sind und die gleichzeitig aber trotzdem eine Wertschätzung dem Leben gegenüberhaben des Versturbenen Aber das auf andere Art und Weise ausdrücken möchten.
00:12:51: Also ich finde Trauerfeier, die darf einfach authentisch bleiben Und Kleidung ist Ausdruck von Persönlichkeit aber auch ganz ein wichtiger Ausdruck von Stimmung.
00:13:00: An dem Tag wenn ich logischerweise traurige Gefühle habe dann wird es wahrscheinlich schwerer fallen in den buntesten Farben zu kommen.
00:13:07: Außer ich weiß dass es eine besondere Geste der Verbindung und des Mitgefühls Und es gehört halt vorher kommunizierte schreibt man dann in den Parteprieb rein Die Angehörigen würden sich freuen als für ein Zeichen von Farbe im Leben.
00:13:21: Und gleichzeitig soll über immer die Erlaubnis bleiben, dass ich mich nicht verkleiden muss, weil sonst fühle mir am Ort der eh schon schwer genug ist und mit Unsicherheit verbunden ist – womöglich fehlen Platz!
00:13:31: Also wenn man jetzt die Farbe von Kleidung hernimmt und würde währenddraufhört, dann ist es vielleicht so das wir sagen können... bunten Farben stehen für die Vielfalt an Erinnerungen, die da sind.
00:13:41: An das lebendige, an die schönen Momente im Leben auf dem man gerne zurückdenkt.
00:13:45: und das schwarze oder das dunkle in den Farben würde dann dafür stehen wo Menschen einfach ganz aufmerksam sich diese Geschichte noch anhören weil es bringt ja nichts immer nur eine Geschichte zu erzählen muss auch wir zuhören.
00:13:56: also wir freuen uns ja auf wenn wir da im Podcast sprechen und auf der anderen Seite hört jemand zu und fühlt sich dadurch irgendwie angesprochen und erreicht.
00:14:04: und da braucht es diese Balance Und darum braucht es auch in der Trauerfeier für beides Platz.
00:14:10: Also man kann sowohl Buntes als auch das Dunkelfärbige verbinden und bei dem einen Sinn geben.
00:14:17: Ich finde es schön, wenn es eine Bedeutung hat!
00:14:19: Sie ist ja unsere Gesellschaft viel offener geworden, eben auch im Hinblick auf die unterschiedlichen Glaubensformen Weltanschauungen.
00:14:28: Ihr macht es die Frage gestellt und macht das für euch nicht die tägliche Arbeit schwieriger?
00:14:33: Weil's eben vielfältiger ist und nimmer dieses.
00:14:36: Okay so läuft das jetzt ab!
00:14:38: Du merkst es ja grad selber wenn du die Frage stellst dass du bei Vielfalt dir voll freudig bewegst und des fahrt ihr eigentlich der Schlafter grad die Stimme ein.
00:14:47: also insofern ich und ich finde auch die Vielfalt sehr bereichernd.
00:14:51: Und es ist auch spannend, dass man die Angehörigen fragen kann, was für religiöse Vorstellungen sind für sie in der Trauerwehr wichtig?
00:15:00: Und wir haben gerade ein tolles Beispiel gehabt, in buddhistischen Religionen bei Beerdigungen kann es durchaus üblich sein dass man Zucker beim Begräbnis bekommt für den Weg nach Hause.
00:15:12: Einfach für die Süße im Leben.
00:15:14: Dass man sich daran erinnert das man selber leben darf.
00:15:17: Es ist eine Süße für den Trost aber auch eine Süse die einem Glück bringen soll und einen ganz bewusst wieder ins Leben zurückbringt dem Zuckerl eine Praline an die Angehörigen ausgeteilt.
00:15:31: Und der Matin hat sich in der Trauerrede angekündigt, dass diese Pralinen für die Süße im Leben steht und dass sie die verstorbenen Gefreut hätte, dass ihr die Angehörigen heute da seid.
00:15:40: aber Sie wird noch viel mehr freuen wenn Sie sich jetzt wieder den Leben zuwenden weil sie so ein Genussmensch war.
00:15:46: also sie hat quasi den Genuss bei der Trauerfeier den Trauergästen noch mitgegeben.
00:15:51: Und das finde ich einfach wunderschön, wenn man solche Elemente integrieren kann und das ist nicht ein religiöser Selbstbedienungsladen sondern wir überlegen uns was für eine Bedeutung hat es und möchten wir diese Bedeitung im Begräbnis integriern wollen wir einen Stellenwert dem geben?
00:16:04: Das gehört halt angeleitet, das gehört erklärt dass die Leute ja wissen wie so.
00:16:08: also wir lutschen nicht nur Zucker oder genießen eine Praline sondern sie auch eine Beteutung Und das ist an sich schön, wenn man was macht.
00:16:14: Was er Bedeutung hat.
00:16:16: Das sehe ich aber bei den... Also vielleicht ergänzt es noch ganz generell so in dass die Arbeit durch die Vielfalt nicht aufwendiger sondern spannender wird und interessanter wird.
00:16:28: Und das kann man schon sehen.
00:16:29: also die Zuwendung dem Menschen in seiner individuellen Vorstellung das natürlich auch für einen selber etwas sehr inspirierendes.
00:16:38: Also ich gehe ja auch aus einem Gespräch reicher heraus, wenn sich andere Ansichten und Ideen wie die Welt funktioniert oder wie man sich die Welt vorstellt mitnehmen kann.
00:16:50: Das heißt aus dem Konzept einer bedürfnisorientierten Bestattung – wie wir das generell sehen um eben auch Randgruppen wie Kinderbegegnissen miteinbinden zu können aber vielleicht auch eben die Wende erkrankt und dergleichen mehr oder Menschen mit Beeinträchtigungen ist ganz logisch dass es nicht immer nur diese Altersdefinierten oder Krankheitsdefinierte Randgruppen sein können, sondern auch das individuelle Selbstbild, dass man von der Welt hat.
00:17:19: Und es gehört ganz selbstverständlich dazu – das ist genauso wie ich wenn in meiner Community lebe und ich bin queer oder wie auch immer im Leben aufgestellt dann auch in Hinsicht auf Beziehungen, dann gehört das ja dort auch mit hinein.
00:17:34: Das wird aber auch immer mehr gelebt, oder?
00:17:39: Die Gesellschaft lebt es mehr und wenn wir uns die LGBTQ Bewegung anschauen dann sehen wir ja auch dass das in der Lebensrealität schon sehr gut angekommen ist.
00:17:52: So empfinden sie nichts.
00:17:56: selbstverständlich wahrgenommen wird, also es wird keiner eine große Aufregung darum machen.
00:18:01: Und alles was in der Gesellschaft ankommt muss auch beim Begräbnis ankommen weil das Begröbnis spiegelt das Leben und damit aber auch die Gesellschaft wieder.
00:18:10: Es sind ja bei einem Begräbnis auch mehrere Generationen anwesend.
00:18:14: Das darf man nicht vergessen, und manche Generationen die den Glauben nur sehr intensiv gelebt haben dann Generationen, die einfach schon sehr frei sind vom Zugang Und das gilt es auch abzubildigen.
00:18:23: Die sollen sie auch in der Trauerfeier wiederfinden.
00:18:26: Insofern ist das so eine interessierte Haltung demgegenüber ganz wichtig dass man fragt wie intensiv werden das gelebt oder wer das ein Element was ihnen Unterstützung liefern kann.
00:18:35: Spannend ist er, dass ich als weibliche Trauerrednerin Begräbnisse begleitet haben.
00:18:40: Wo ich das Vorurteil gehabt habe, ja wollen die überhaupt mich als Frau?
00:18:44: Aber die weiblichen Familienangehörigen, die haben sich von mir wahrgenommen gefühlt und für die männlichen Familienangehörigen hat ein I-Mann gesprochen.
00:18:52: Also für die Weiblichen war ich die Stimme am Begrätnis und für den männlichen Trauergäste war der I-Man!
00:18:58: Und beides war möglich und gibt es wunderschön gefunden weil wir beide haben das Begrävnis geleitet Und so beides hat Platz gehabt und es war ein respektvolles Miteinander.
00:19:08: Ich glaube, wenn die Wertschätzung für andere Lebensvorstellungen und religiöse Vorstellungen da ist, dann kann ein gutes Miteinander funktionieren.
00:19:16: Und das zu begleiten ist an sich ein schöner Prozess?
00:19:18: Die Grundhaltung sollte die Neugierde sein und die Freude an der Welt des anderen.
00:19:24: Dann kann man sich sehr gut und unvoreingenommen darauf einlassen ohne in die Gefahr der Bewertung zu kommen.
00:19:32: Und um das geht es am Ende des Tages, ich kann mich noch gut an den Begegnissen einer Transperson erinnern und das war nicht dem gesamten Freundeskreis klar.
00:19:43: Also das war halt noch mitten im Prozess und ein Teil des Freundes Kreises und die Familie wussten das und einen Teil wusste es nicht.
00:19:50: und beide Teile waren aber beim Begriffen.
00:19:53: Wie war das dann?
00:19:54: Ja, war spannend.
00:19:55: Vor allem weil es zwei verschiedene Namen waren.
00:19:57: Nämlich ein männlicher und weiblicher Name.
00:19:59: Und jetzt musste man sich am Anfang der Traufeuer zuerst einmal darauf verständigen...
00:20:03: Wie heißt der oder die jetzt?
00:20:06: ...wie nennen wir die Person jetzt und wie wollen wir das für die Traufer jetzt leben?
00:20:11: und was kommt dem Wunsch auch des der Verstürbenden dann am nächsten?
00:20:16: Das war sehr spannend.
00:20:17: Was war denn das Ergebnis?
00:20:18: Es war unglaublich
00:20:20: tolle Feier!
00:20:22: Und natürlich waren manche etwas von den Socken.
00:20:27: Aber was war denn der Name?
00:20:29: Das weiß jetzt
00:20:30: leider nicht mehr auswendig, aber ich weiß noch das die große Diskrepanz eben zwischen auch wie spricht man dann eher oder sie?
00:20:38: und also es war ganz schwierig in der Vorbereitung und eine unglaublich lebendige Feier.
00:20:45: Schön!
00:20:46: Er war ein Stimmig weil er oder sie oder beide, waren im Prozess und so war das Begräbnis im Prozesse.
00:20:53: Das hat wieder ganz ehrlich und authentisch die Lebenssituation widerspiegelt.
00:20:57: Und ich glaube es ist ganz wichtig, weil sonst kann man nicht connecten beim Begrävnissen.
00:21:02: Sonst wäre es total was Fremdes, sonst wäre es etwas Irritierendes und an sich soll ein Begrägnis ein Teil des Abschiedes sein der mich berührt und berühren kann es mir dann wenn stimmig und ehrlich und autentisch ist.
00:21:13: Was glaubt ihr abschließend, wie Begräbnisse in zwanzig oder dreißig Jahren aussehen werden?
00:21:18: Habt euch da schon mal Gedanken gemacht.
00:21:20: Martin fast ehr gesagt das spiegelt natürlich auch immer den aktuellen Stand der Gesellschaft ein bisschen wieder aber denkt sich da öfter darüber nach, wie das sein wird.
00:21:29: dann
00:21:30: Ich hoffe und dass nicht nur aus beruflicher Passion heraus, dass es ein Abschied im Präsenz sein wird echte mitmenschliche Begegnungen ermöglicht und dass wir ihn nicht vollständig digitalisieren.
00:21:47: Also das ist eigentlich so meine Hoffnung, dass es ein Ort des Lernens und sich aufeinander einlassen ist aus dem wir inspiriert herausgehen können und wo wir auch ganz bewusst dieses zum Friedhof gehen oder von uns zum Ort des Abschiedes gehen sehr bewusst leben.
00:22:06: denn das ist eine große Hürde wenn ich mir überlege was sich an und da gehe ich hin, da lasse ich mich ein.
00:22:13: Und das fällt jedem schwer!
00:22:16: Da geht keiner gerne hin und man tut es trotzdem.
00:22:19: Und ehrlicherweise wahre Freunde – das weiß man im Leben – kennt man dort wo schwierige Wege anstehen und die trotzdem da sind.
00:22:28: Das geht mit einer Digitalisierung im Stream oder dergleichen mehr und mehr verloren und gerade das gibt aber halt auch unseres Angehörigen als Menschen, die Abschied nehmen.
00:22:40: Dass es da andere Menschen gibt, die ich wahrnehme... ...die tatsächlich in ihrer Echtheit und Trauer da sind.
00:22:46: Und das aber aus Liebe und aus Freundschaft heraus
00:22:49: tun.".
00:22:50: Da muss sich jetzt noch kurz einhaken weil du gesagt hast gestreamt wird.
00:22:53: ist das gelebte Praxis auch schon dass Begräbnisse immer mehr auch gestream werden?
00:22:59: Wir hatten in Corona so eine kurze Zeit, wo Gottesdienste und Begräbnisse als Stream angeboten wurden.
00:23:06: Damit Menschen teilnehmen konnten, die sonst ausgeschlossen waren.
00:23:10: Aber es war ja eigentlich ein Ausnahmesituation?
00:23:11: Ich
00:23:11: glaube das, dass zu einer Irrotierung des Mietern anders führt.
00:23:15: Weil wo kommen die Leute wirklich zusammen?
00:23:19: Die größere Verwandtschaft kommt vielleicht zu Daufermeer schon weniger Hochzeiten noch.
00:23:25: Gut, man kann jetzt einige Male heiraten im Leben.
00:23:27: Also da hat man vielleicht mehr Gelegenheiten als vielleicht früher noch.
00:23:30: aber und beim Begräbnis kommt man zusammen.
00:23:32: Und das ist schon etwas wo Generationen sich verbinden weil sie eine Blickrichtung haben und wo man auch eine große Offenheit und Ehrlichkeit in der Familie erlebt.
00:23:42: Es ist ein ungefüttertes Erleben auch des anderen, dass vielleicht so sonst nur selten möglich ist.
00:23:48: Also ich nehme mit aus unserem Gespräch, es hat sich natürlich in den letzten Jahren einiges verwandelt beim Thema Bestattungskultur.
00:23:56: Was aber noch immer gleich ist, ist das Wichtige und zwar diese eben Zusammenkunft der Menschen und dieses gemeinsame Trauen und die Individualität aber, die man trotzdem im Rahmen des Begräbnisses leben kann?
00:24:10: Ja am Ende des Lebens geht's darum dass man Menschen berührt hat, dass man Verbindung zueinander aufgebaut hat und das zeigt ja auch im Begräbnis, dass man füreinander da ist.
00:24:20: Und ich wüsste Martin schon angesprochen hat, wahre Freunde erkennt mir daran, dass sie dann da sind wenn es eben schwierig ist.
00:24:26: Das zeigt sich aber beim Begrägnis und da braucht man vielleicht jemanden der nicht nur online präsent ist sondern der mal wirklich vielleicht auch wortlos sagt, dass er jetzt für mich da ist und die ganze Aufmerksamkeit von ihm haben kann.
00:24:38: Es ist ein großes Geschenk!
00:24:40: Danke für diese tollen Abschlussworte.
00:24:42: Danke Martin, danke Julia, dass ihr euch wieder Zeit genommen habt!
00:24:46: Liebe Hörer und Hörerin, das war eine neue Episode von In guten Händen at Dobritsbergern der Podcast rund um Leben Tod und Trauer.
00:24:55: Wir scheinen immer am ersten Dienstag im Monat.
00:24:58: Abonniert uns gleich noch auf der Podcast Plattform Eures Vertrauens beispielsweise auf Spotify.
00:25:04: da könnt ihr auch gleich die Glocke aktivieren.
00:25:06: dann bekommt ihr eine Benachrichtigung sobald es eine neue App ist wieso der gibt.
00:25:11: Vielen Dank und wir hören uns wieder in einem Monat!
00:25:14: Danke schön,
00:25:15: bis
00:25:16: zum nächsten Mal!
00:25:27: Dieser Podcast wurde produziert von WePod it.
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