#1 Das Bestatter-Ehepaar Dobretsberger stellt sich vor

Shownotes

Wie ist es, wenn man tagtäglich mit dem Tod konfrontiert wird? Und warum wird man überhaupt Bestatter:in? In der ersten Episode von „In guten Händen @Dobretsberger – der Podcast rund um Leben, Tod und Trauer“ erzählen Martin und Julia Dobretsberger ihre ganz persönliche Geschichte. Die beiden führen das traditionsreiche Linzer Bestattungsunternehmen Dobretsberger in fünfter Generation und sehen die Bestattung als ihre Berufung. Julia hatte beruflich lange nichts mit dem Thema Tod zu tun, bis sie sich in Martin verliebte und schließlich selbst staatlich geprüfte Bestatterin wurde. Das Ehepaar gibt im Gespräch mit Moderatorin Nora Mayr Einblicke in den beruflichen und privaten Alltag, spricht über berührende Momente, den Umgang mit Trauer und darüber, warum es so wichtig ist, offen über den Tod zu reden.

Mehr Infos zu Bestattung Dobretsberger: www.dobretsberger.at

„In guten Händen @Dobretsberger “ wird produziert von wepodit.

Transkript anzeigen

00:00:03: Herzlich willkommen zu in guten Händen et Doppelitzberger, dem Podcast rund um Leben Tod und Trauer.

00:00:11: Ich bin Nora Meyer und gemeinsam mit dem Linzerbestatter

00:00:15: Ehepaar

00:00:15: Julia und Martin Doppelsberger spreche ich ab sofort monatlich über alles rund um diesen so spannenden Themenkreis.

00:00:24: Liebe Julia lieber Martin schön dass ihr da seid und Zeit

00:00:27: habt Danke

00:00:28: Dankeschön.

00:00:31: Ich muss jetzt einmal ganz am Anfang schon sagen, es ist ein spezielles Podcast-Thema auch für mich.

00:00:37: Also ich moderiere einige Podcasts und das Thema Tod und Trauer ist schon was – auch in der Vorbereitung wo ich mit sehr viel Respekt vor dem Mikrofon stehe weil ich mir denke, boah!

00:00:49: Über das spricht man ja nicht jeden Tag Und genau das ist ja eigentlich auch der Hintergrund warum wir beschlossen haben, zu dreht.

00:00:57: Dass man sagt okay wie können wir das so aufbereiten dass es wirklich ein Podcast wird der gehört wird wo Themen besprochen werden die eben das Thema Leben Tod und Trauer betreffen?

00:01:10: weil ihr beide gesagt habt und bestätigt das bitte für mich da gehört viel mehr darüber gesprochen oder Julia?

00:01:17: Ja, vor allem merken wir dass wir ganz viel angesprochen werden auf das Thema.

00:01:21: Also das Thema Beschäftig, dass das Thema Interessiert und dass die Menschen gerne nutzen wenn sie uns dann im Vier-Augengespräch alle möglichen Fragen stellen können.

00:01:31: Deswegen haben wir gesagt wollen wir diese Einzelgespräche eigentlich jetzt einmal öffentlich teilen?

00:01:36: Genau, und das machen wir ab heute.

00:01:38: Erste Episode ist natürlich jetzt einmal.

00:01:40: ganz zu Beginn interessiert mich natürlich euer Background, ja?

00:01:45: Man kennt euch!

00:01:46: Man kennt den Namen Dobritsberger... Das ist in Linz brauche ich mir zu behaupten wirklich untrembar mit dem Thema Bestattung verbunden.

00:01:53: Mich würde es gleich zu Beginner mal interessieren wie Ist euer beruflicher Alltag?

00:02:00: Martin, du führst dir das Unternehmen schon in fünfter Generation und es ist ein Familienunternehmen.

00:02:06: Du bist ja quasi da eigentlich jahr reingeboren, sagt man oder wie hat sich das bei dir beruflich dann alles aufgebaut?

00:02:14: Erzähl mal ein bisschen!

00:02:15: Genau also ich bin ja mit dem Thema aufgewachsen von Geburt an bekommt man das in irgendeiner Form mit und das fängt an bei Kleinigkeiten, dass eine rund um die Uhr-Erreichbarkeit wichtig ist.

00:02:27: Was in Zeiten von Schnur gebundenen Telefonen ja noch wesentlich aufwendiger war als heute.

00:02:33: Da musste also dann der Opa zu Hause bleiben wenn wir das Familien einen Ausflug gemacht haben damit das Telefon besetzt war oder solche Kleinigkeiten bis hin.

00:02:40: Dass mein Vater halt viel nicht da war oder in Urlauben oft nur sporadisch nachgekommen ist.

00:02:46: Da hat sich vieles verändert auch Im Zuge der Digitalisierung.

00:02:50: natürlich hat sich vieles erleichtert.

00:02:52: Gott sei Dank, die Mobiltelefonie ist jetzt nicht mehr ein Koffer den man mit sich herumschleppt und eine Akkordauer von einer Stunde hat sondern jetzt geht das schon ganz gut über den Tag.

00:03:01: aber natürlich es ist ein Thema dem man sich glaube ich langsam annähert und wo man erst in meinem Fall zumindest als ich in die Firma eingestiegen bin dann mir bewusst geworden bin was das wirklich bedeutet.

00:03:15: Aber hast du schon immer auch eine Affinität, weiß ich nicht ob man das in dem Fall sagen kann.

00:03:21: Hast Du als Kind gemerkt?

00:03:22: mich interessiert auch das Thema Tod und Trauer mehr?

00:03:25: Weil Du Jana damit tagtäglich aufgewachsen bist?

00:03:30: Ich glaube dass das Thema Tot- und Trauern generell ein wenig ein Missverstandenes Thema ist.

00:03:34: Also grundsätzlich ist es so, dass sich im Tod das Leben vollendet Und in der Trauer vollendete sich das was mein Liebe beginnt Und insofern glaube ich, dass das Thema ein Grundpositives ist.

00:03:49: Wenn man sich damit befasst und es jetzt nicht so dieses Morbide vielleicht auch, wo juristischer ist wie man es aus einem Krimi oder aus dem Fernsehen kennt sondern eigentlich ein Thema des Hochphilosophisches, das immer die existenziellen Fragen des Lebens aufwirft und vor allem ein Thema der seine große Mitmenschlichkeit in Sichtbirg.

00:04:09: Das heißt dort wo ich mich verstorbenen aber vor allem auch angehörigen Zuwände.

00:04:15: Da bin ich ja in einer mitmenschlichen Geste der Nächstenliebe eigentlich tätig und das ist etwas, was mich immer sehr berührt hat.

00:04:23: Ich bin der Jungscher aufgewachsen als Jungscherkind und da sind wir sicher auch in diese Richtung sozialisiert dass man einen Miteinander ein harmonisches anstrebt.

00:04:32: Das war mir immer wichtig und der philosophische Tiefgang ja auch hört vielleicht aus dem Sternzeichen her Da bin ich Scorpion geboren und dann interessiert einen, alles was irgendwie mit dem Thema Leben und alles was darüber hinausgeht.

00:04:49: Ich glaube von Grund auf vielleicht ein bisschen mehr Und vor allem aber auch diese Hinwendung zu Menschen.

00:04:56: Das finde ich einfach so sehr befruchtend.

00:04:57: Es ist eine extrem dankbare Form der beruflichen Tätigkeit in der man seine Erfüllungen finden kann.

00:05:04: Man kann Bestattung auf viele Arten ausüben.

00:05:07: Man kann das Kaufmensch sehen, man kann das logistisch sehen und ich sehe es halt von einer spirituell auch philosophischen Ebene dass man Menschen nachhaltig etwas mitgibt was sie inspiriert und was ihnen im Leben hilft aus dieser Situation heraus gestärkt hervorzugehen.

00:05:23: Wir werden da in mehreren Episoden natürlich gezielt auf Themenkreise eingehen.

00:05:29: und um das Thema Julia mich würde jetzt von dir mal interessieren!

00:05:32: Ich meine du bist ja Nicht mit dem Thema aufgewachsen, du bist da quasi reingestolpert.

00:05:38: Du hast dich in einen Bestatter verliebt, in dem Fall in einem Martin.

00:05:42: Erzähl mal, ich meine war das schon für dies so damals?

00:05:45: Man würde jetzt heute sagen eine Art Red Flag am Anfang, oh mein Gott der hat täglich mit tot zu tun.

00:05:50: will ich mich wirklich in den verlieben.

00:05:52: Darf ich das einmal so fragen?

00:05:53: Also ich war schon zu dem Zeitpunkt schwerstverliebt wie wir einander gestanden haben was wir so beruflich machen.

00:06:01: Also

00:06:01: war es schon zu spät eigentlich?

00:06:03: Es war definitiv zu späts.

00:06:05: Und gleichzeitig war ich sehr erleichtert, weil ich war zu dem damaligen Zeitpunkt Polizistin und als Polizisten hat man das oft, dass das gegenüber ... ja... unterschiedlichste Meinungen zu dem Berufsbild hat.

00:06:18: Und im Martin habe ich jemanden gehabt, mit dem wir ganz offen über die Herausforderung des Berufes sprechen können.

00:06:23: also das ist ja... Ich kam nur an meinen ersten Todesfall Das war Suizid auf der Bahn und da hab' ich mit niemand andern drüber sprechen können außer mich Kollegen denen die dieses Thema zumuten haben können.

00:06:36: Und in Martin habe ich einfach von Anfang an gegenüber gehabt, der mich verstanden hat, den mir meine Herausforderungen schildern können, der mir unterstützt hat.

00:06:46: Also insofern habe ich das positive an seinem Beruf sehr schnell erfahren weil er einfach ein unglaubliches Verständnis hat und den Einblick oder die Bilder, die ich erlebt hab, die habe ihm nicht groß erklären müssen und es war an sich ja ein Vorteil.

00:07:02: Ja dann eine Green Flag eigentlich!

00:07:04: Natürlich war die rosa-rote Brille da aber...

00:07:07: Und uns hat miteinander verbunden, glaube ich, dass wir beide einfach nicht über den Beruf reden wollten.

00:07:11: Weil jeder die Sorge hatte, dass der eigene Beruf für den anderen eben genauso ein Hemd ist sein könnte und insofern haben wir aber alles andere nur nicht über dem Beruf gesprochen.

00:07:20: das ist wenn man sich kennenlernt ja eigentlich eine Seltenheit und war sehr schön sehr berufend.

00:07:25: Schön!

00:07:26: Das heißt Julia du hast dann letztendlich ist es so weit gekommen, dass du gesagt hast hey Bleibt natürlich mit Martin zusammen, wir heiraten und du bist auch ins Unternehmen eingestiegen.

00:07:38: Du bist seit Jahrzehnteinundzwanzig auch staatlich ge- geprüfte Bestattermeisterin.

00:07:44: Staatlich geprüft, was heißt das konkret?

00:07:47: Was muss man da

00:07:48: machen?

00:07:49: Also die Voraussetzung ist dass man mal in einem Bestattungsunternehmen tätig ist, dass man einfach auf einen ganz anderen Grundniveau ansetzt wenn man sich in die Vorbereitung zur Meisterprüfung begibt also diese einjährige Vorbereitungen an der Bestatterakademie wo man in fünf verschiedenen Bundesländern jeweils eine Woche Ausbildung macht.

00:08:07: dazwischen lernt man Unendlich viel, weil Österreich neun verschiedene Bestattungsgesetze beispielsweise hat.

00:08:13: Also jedes Bundesland hat ein anderes und da kommt noch ... also der Bestatterberuf ist ja unglaublich vielfältig!

00:08:19: Da sind rechtliche Materien, psychologische Einblicke die man gewinnt in der Ausbildung, das ist ja für Gestaltung, ja also unglaublich viele Und dann, wenn man sich ausreichend vorbereitet hat.

00:08:32: nach einem Jahr, tritt man an der Meisterprüfungsstelle an zu einer sechstündigen schriftlichen Prüfung.

00:08:37: Dann geht es weiter, wann man die bestanden hat zu einer praktischen Prüfungen in einem anatomischen Institut und dann noch eine kommissionelle mündliche PrüfUNG vor dem Mediziner im Juristen- und Fachprüfer des Inlandersinnungsmeisters.

00:08:49: Wenn man das alles bestanden Dann ist man Bestattermeisterin.

00:08:53: Es war ein langer Ausbildungsweg, also mit Höhen und Tiefen haben wir doch schon für das jemals, weil es unglaublich viel ist.

00:08:59: Da kommen ja auch noch internationale Überführungen dazu.

00:09:03: Wir haben so viele internationale Bezüge die Menschen sind unglaublich mobil.

00:09:07: Das darf man gar nicht vergessen.

00:09:08: und natürlich der Bestatterberuf kommt eigentlich aus den Gesundheitsberufen.

00:09:12: Also wir haben einen ganz hohen Sreuchenschutz.

00:09:15: Also das ist eigentlich die Grundlage des Berufes lebende Menschen davor schützt, dass sich irgendwie ...

00:09:23: An infektiösen Krankheiten anstecken?

00:09:25: Ja genau.

00:09:26: Also eine große Verantwortung der Beruf ist ... Hatte ich vorher nicht vermutet.

00:09:30: Das ist so intensiv

00:09:31: nach.

00:09:32: Wenn du mir das jetzt erzählst, mir als Lein denke ich, wow!

00:09:36: Okay man hat irgendwie im Kopf ja eh, ihr sorgt dafür dass Begräbnis schön wird so leihenhaft gesagt.

00:09:42: aber was da alles dran hängt logischerweise wenn man drüber nachdenkt und das haben wir wieder bei dem.

00:09:47: darum machen wir auch einen Podcast darüber weil es einfach so viele spannende Themenfelder gibt rund eben um Leben Tod und Trauer.

00:09:55: Martin wenn wir jetzt wirklich noch einmal in den Alltag reinschauen.

00:10:00: Du hältst ja unter anderem viele Trauerreden, habt ihr das mitbekommen?

00:10:03: Du bist meistens dann gerade wenn ich mal angerufen habe, hat es geheißen, da bist du in einer Trauer Rede.

00:10:09: Ist das auch eine deiner Stärken und Leidenschaften würdest du sagen am Job?

00:10:15: Würde ich mittlerweile schon sagen.

00:10:17: Früher war ich der Meinung dass kann jeder, der sprechen kann und mittlerweile darf ein Potenzial akzeptieren, das ich habe und ein Talent, das mir geschenkt ist.

00:10:29: Und ... Das finde ich eigentlich eine sehr berührende Aufgabe Menschen dort abzuholen, wo sie gerade eben stehen.

00:10:37: Und durch dieses Begebnis durchzuleiten, ihnen auf der einen Seite Sicherheit zu vermitteln und auf die anderen Seite diesem Kontext des Lebens im Angesicht des Todes einen größeren Sinn zu geben.

00:10:48: Und es ist sehr berührend weil grad die Trauer rede zeigt, dass es erstens kein Leben gibt das nicht für irgendetwas gut war.

00:10:57: Also etwas Besonderes hat das Berührt.

00:11:00: also auch wenn es schwierige Verhältnisse sind Wenn viel Streit in der Familie da ist, wenn Menschen sind die Obdach los geworden sind oder die aus sozialen Randgruppen kommen dann gibt es trotzdem Menschen die berührt sind von diesem leben und Deswegen die Persönlichkeit haben, die sie heute haben.

00:11:17: Weil dieser Mensch gelebt hat.

00:11:19: und umso mehr ist das natürlich in der Familie wenn man ein gutes Verhältnis hat freundschaftlich oder liebevoll zueinander.

00:11:25: Und dass aufzuzeigen und nämlich im Begräbnis oder in der Trauerfeier das Leben spürbar zu machen Das ist ja wirklich magischer Moment.

00:11:37: Man verwechselt oft die Trauerrede mit dem Nachruf und das ist es eigentlich nicht.

00:11:42: Also nur die Biografie zu erzählen, ist ein bisschen zu wenig weil würden wir nur die biographischen Daten oder das Leben erzählen?

00:11:50: Und dann würde man den Sarg beisetzen oder die Hunde besetzen Dann hätte man ja als Angehörige das Gefühl jetzt ist wirklich ganz aus!

00:11:56: Dann wäre das sehr enorm schockierend.

00:11:58: und deswegen braucht es immer auch eine jähenseitige Hoffnung.

00:12:02: und was ich festgestellt habe Auch aus meiner Erfahrung aus der Jungscheu heraus in der Kirche aber Jetzt immer auch am Friedhof ist, dass die Religion uns da immer weniger antworten liefert.

00:12:14: Die wir so tatsächlich in unserem Alltag leben können.

00:12:18: D.h.,

00:12:18: wir verstehen oft die Sprache der Liturgie nicht mehr und deswegen braucht es andere Jenseitsbezüge oder andere Hoffnungen, die wir haben, das ein Leben nicht einfach vorbei ist sondern uns nach wie vor begleitet und immer noch berührend auf.

00:12:33: Und jetzt Magic!

00:12:35: Schön.

00:12:36: Das ist richtig, man hört das auch bei dir raus diese Begeisterung mit der du das machst.

00:12:40: Jula mich würde interessieren wenn wir uns deinen beruflichen Alltag anschauen.

00:12:45: was ist so deine Tätigkeit die du am liebsten machst?

00:12:50: Am liebste bin ich Freigeist also liebe es überall zu sein und zu unterstützen und sei es dass sie jetzt auch Trauer reden übernehmen wann die Familie das wünscht oder dass ihr Aufbauungen dekoriere.

00:13:05: Ich bin eine unglaublich kreative Seele.

00:13:08: Also mir macht es Freude, mehr Kreativität auszuleben indem ich zum Beispiel Urnen gestalte oder Aufbauungen persönlich dekoriere oder einfach mir überlege wie man Rituale und Bräuche modern übersetzen kann.

00:13:22: Beispielsweise haben wir jetzt gerade gehabt... Es gibt dann den buddhistischen Brauch das wenn man vor dem Begräbnis weggeht dass man eine Süßigkeit geschenkt kriegt um sich an die Süße des Lebens zu erinnern.

00:13:32: Schön.

00:13:33: Auf dem Weg nach Hause, das so einfach ... Geschmack wieder auf das positive Leben lenken.

00:13:38: Und wir haben das jetzt für ein Begräbnis, das wir gerade begleitet haben mit einer Linzer-Torten Pralina übersetzt.

00:13:44: Dass man einfach alle Trauergäste haben eine Praline geschenkt bekommen und Martin hat es in seiner Trauerrede angekündigt, dass sie das jetzt ganz bewusst genießen soll und dass das einem Sinne von der Verstorbenen wäre, wann wir uns wieder dem Süßen zuwenden?

00:13:57: Sie war ein genussvoller Mensch!

00:13:58: Und sowas macht mir Riesenfreude.

00:14:01: so was zu übersetzen, dass man sagt wie könnte Bräuche, die vielleicht auch aus anderen spirituellen Richtungen kommen.

00:14:08: So übersetzen dass sie eine Bedeutung haben und einen Sinn haben.

00:14:10: Also ich hab keine Freude es einfach nur zu machen.

00:14:13: Es geht dann nicht um Show, es geht nicht um Effekt sondern es geht wirklich darum... ...die Sinne dorthin zu leiten das ein positiven Ausblick, eine positive Perspektive beim Begräbenes gibt.

00:14:23: Und sowas macht man... Das erfüllt mich!

00:14:25: Und Julia ist natürlich dann diejenige die im Betrieb dafür steht, dass die Mitarbeiter gut miteinander auskommen.

00:14:33: Ja, immer wieder auch so Highlights oder einfach schöne Momente in der täglichen Arbeit haben.

00:14:40: Die schaut das Teamveranstaltungen haben von der Weihnachtsfeier angefangen bis zu Pensionierungsfeiern da fleißig am Organisieren.

00:14:47: also das ist auch ein ganz wichtiger Aspekt glaube ich dieses menschliche Umsorgen im Betrieb und dass die Julia in ihrer Kreativität wesentlich stärker bin auf wesentlich mehr auf der fachlichen Seite eher für Kompetenzaufbau und Schulung zuständig.

00:15:02: Und Julia ist dafür das leichte Freigeistige?

00:15:06: Ja, die gute Seele – also ich bin einfach auch überzeugt, dass unsere Mitarbeiter wirkliche Perlen haben so Stärken und Talente um sie zu erspüren und zu fördern und ins Miteinander einzubringen.

00:15:18: Das ist wirklich Teil meiner Aufgabe weil diese sind an den Angehörigen.

00:15:23: wenn sich gut fühlen und ihre Persönlichkeit einbringen dann kann so viel Positives entstehen Und das sehe ich schon als wichtiger Aufgabe.

00:15:30: Wir haben ja sechsundzwanzig Mitarbeiter, also wir sind immer ganz klein und da einfach durch zu wuseln und überall zu sein und einfach ihnen auch das Gefühl zu geben dass sie wichtig sind für uns und dass jeder wichtig ist ob es jetzt der Kontaktmitarbeiter am Friedhof ist oder die Dame im Büro oder wie auch immer.

00:15:51: Teil an dem großen Ganzen ist, der ist wichtig.

00:15:55: Ich möchte, dass der Mensch gesehen wird und das er sich einbringen kann.

00:15:58: Und es ist ja Teil meiner freigeistigen Aufgabe.

00:16:01: Schön!

00:16:02: Großes Thema natürlich die Wertschätzung über den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

00:16:07: Ich stelle mir jetzt wieder beim Line vor... anstrengend sein, jeden Tag mit dem Thema Tod und Trauer konfrontiert zu werden im Arbeitsalltag?

00:16:17: Oder würde man sich jetzt als Außenstehner so denken.

00:16:20: Wie kann man denn da überhaupt noch Leichtigkeit reinbringen, Unbeschwertheit reinbringen?

00:16:27: Ich schätze mal ihr seht das ein bisschen anders oder?

00:16:31: Ich glaube dass jeder seine Herausforderungen im Leben hat wenn er immer wieder mit den gleichen Themen konfrontieren ist.

00:16:36: Und es ist völlig egal ob das eine Hebamme ist die sozusagen immer nur freutvollen und aber auch herausfordernden Moment der Geburt sich beschäftigt oder wenn das jemand im Verkauf ist, der täglich mit Menschen in die Beratung verbringt oder an der Kasse sitzt.

00:16:55: Ich glaube dass jeder seine Bewältigungstrategien braucht um das Freut voll auf Dauer leben zu können und seinen Sinn in dieser Tätigkeit zu finden.

00:17:03: ich glaube dass der Tod ein riesiges Feld am Sinn eröffnet die Trauer nicht als eine Belastung sozusagen des soziologischen Lebens betrachtet, sondern eigentlich als einen Ausdruck der Liebe, die die Menschen miteinander verbindet im Leben und aber auch darüber hinaus.

00:17:28: Und liebe jetzt stellvertretend für eine partnerschaftliche Liebe oder für eine freundschaftliche oder eben auch für eine idolhafte Anhimmelung eines Menschen, den man schätzt und der einen inspiriert.

00:17:42: Dann sind es ja nicht trauernde Menschen die uns umgeben sondern liebende Menschen.

00:17:46: Und mit liebenden Menschen zu arbeiten ist eigentlich etwas sehr Befruchtendes und Schönes.

00:17:51: Ihr habt ja auch zwei Kinder, Allegra und Titian.

00:17:55: Sehr schöne Namen übrigens!

00:17:57: Und ich habe auf eurer Website gelesen.

00:17:59: Allegra hat euren Beruf mit fünf Jahren einmal so beschrieben den Menschen helfen, Zettel ausdrucken und am Friedhof Geschichten erzählen.

00:18:09: Eure Kinder wachsen wie man da auch mitbekommt natürlich sehr konfrontiert mit dem Thema Tod- und Sterbenauf.

00:18:17: Wie geht ihr denn in der Familie dann?

00:18:19: Mit dem Thema um.

00:18:20: Wie habt ihr den beiden das näher gebracht?

00:18:23: Also, als sie das erzählt hat war natürlich der Drucker ein Highlight weil da kommen Bilder heraus die sich dann entweder anmalen kann um sie kurzfristig mal zu beschäftigen und wenn ich ins Büro gefahren bin und Sie waren mit dabei Dann gab es natürlich irgendwas dringendes zu arbeiten Und dann sind meistens irgendwelche Zetteln beim Druck rausgekommen.

00:18:40: Die Aufgabe ist fünfjährige war sie um diese Zettel vom Drucker zu holen und nicht so zu bringen insofern wir dieses zetteln ausdrucken sich etwas Ganz Besonderes gewesen, genauso wie dass man im Büro mehrere Festnetztelefone hatten.

00:18:53: Immer noch haben und die miteinander sprechen können Und das hat mir natürlich zu Hause nicht, also insofern hat der Beruf eine Faszination von einer kindlichen Perspektive heraus Glaubt.

00:19:03: die größere Dimension kann man in dem Alter natürlich nicht erfassen.

00:19:07: Wie alt sind die Kinder jetzt?

00:19:09: Jetzt

00:19:09: sind sie zehn und dreizehn.

00:19:10: Also Tizian ist zehn und er legert es dreizehn bald vierzehn.

00:19:17: Das heißt, das Thema wird schon auch mehr präsent oder bewusst wahrgenommen.

00:19:21: Aber wie erlebt ihr das dann?

00:19:22: Wir haben Ihnen von Anfang an mitgegeben ... uns interessiert, was sie davon halten.

00:19:28: Also wir haben ja eine Trauerbibliothek im Haus und sehr viele Kinderbücher und da war die Allegra schon immer der, den ich die Bücher geben habe und dann gesagt, Allegra jetzt sag mal mal, was du davon hältst?

00:19:38: Weil oft ist so wie Erwachsene finden Kinderbuche ganz toll.

00:19:41: und die Allegri hat ganz klar gesagt, na mama das ist überhaupt nichts.

00:19:45: oder na mama, das gefällt mir nicht.

00:19:46: also wir haben einen ganzen natürlichen Zugang gehabt, sie waren wahnsinnig für mitgegelt.

00:19:49: es war nicht der Moment wo wir sagen Allegra wir müssen jetzt gestehen, wir sind Bestatter.

00:19:54: Sondern sie hat das ganz automatisch mitkriegt, auch immer mit dem Gefühl dass es für uns zählt was sie zu sagen hatte wie sie's empfindet.

00:20:02: Also wir fragen sie ja immer Allegra Wie würdest du teilhaben wollen?

00:20:05: Würd' des für dich passen?

00:20:07: Würdest du mitgehen wollen?

00:20:09: Also wir haben immer schon der Allegra mitgenommen Mit Achtsamkeit natürlich.

00:20:12: also dass das ist für Sie passt Dass sie soweit mitgeht wie sie möchte.

00:20:17: Aber sie hat uns das einmal zurück gemeldet.

00:20:19: Wir haben ihm respektiert wenn die gesagt na das möchte ich nicht Aber sie ist gerne im Büro, also sie ist nach wie vor gerne in Büro.

00:20:24: Wir haben auch ein Büro-Hund.

00:20:26: unseren Seelen tröster den liebt sie natürlich auch.

00:20:29: und ja ... Sie merkt das es eine Bedeutung hat was ihre Eltern arbeiten.

00:20:34: Sie merken dass wir auf der Straße angesprochen werden, dass die Dankbarkeit extrem groß ist Und ich glaube das fasziniert sie auch.

00:20:41: Also dass jemand zu uns herkommt und sagt ma danke dass sie mich da begleitet haben, sie mir so unterstützt und da ist der Leger glaub ich schon ein bisschen stolz.

00:20:50: Und es sind Kinder jetzt nicht denen, die immer begeistert von Beruf der Eltern.

00:20:54: Das gibt natürlich auch Einschränkungen.

00:20:56: Ich kann mich da durchaus an Szenen erinnern wo ich gerade telefoniert habe zu Hause in meiner Telefonrufbereitschaft, wie ich sie ja jeden Abend habe und dann läuft ein zweijähriger hinter mir her.

00:21:09: Und glaubt das nur weil ich auf Distanz gehe mit ihm fangen spielen möchte?

00:21:14: Ich versuche möglichst ruhig mit Angehörigen zu sprechen um denen Sicherheit zu vermitteln.

00:21:19: Die Zeiten sind jetzt kurz vorbei wo man sich hinter einer Türe sozusagen im Zimmer einverbarrikadiert und von außen gegen die Türe getrommelt wird.

00:21:29: Also aber da haben wir alles natürlich erlebt oder dass wenn mit den Kindern ins Aquapulco fahren, dass man tendenziell immer irgendeinen anderen Bestatterkollegen trifft.

00:21:38: Wo dann die Kinder schon mal sagen sollen jetzt lasst uns mal die Arbeit bitte außen vor.

00:21:43: aber es ist eine große ein großes Verständnis dafür da das man eben auch immer erreichbar sein soll.

00:21:51: Die Juliette umschrieben damit wenn jemand Schmerzen hat oder wenn jemand Hilfe braucht und braucht das jetzt nicht irgendwann später.

00:21:58: Kinder verstehen das.

00:21:59: Sie wollen auf, wenn sie sich weh getan haben jetzt Unterstützung haben und nicht dann in einer

00:22:03: Viertelstunde.".

00:22:04: Und insofern war das relativ schnell eigentlich auch klar dass wenn es Telefonläuter ist, dann muss man die paar Minuten abwarten und gleichzeitig ist es aber dann auch so.

00:22:14: dieses Lernen, dass nur weil man punktuell arbeiten muss, ist deswegen nicht der ganze Tag im Eimer.

00:22:23: Das glaube ich haben sich die Kinder schon gut mitgenommen.

00:22:25: einfach Kinder können das generell sehr gut im Moment zu leben und dann aber wirklich ganz präsent dazu sein.

00:22:33: Wir werden auch eine eigene Episode mal drüber machen.

00:22:37: zum Thema eben, wie geht man oder wie erklärt man Kindern den Tod?

00:22:41: Aber das war jetzt vielleicht einmal kurze Absteche in die Richtung... müssen wir schon langsam zum Ende kommen, der ersten Episode.

00:22:48: Man könnte wahrscheinlich stundenfüllen schon allein mit eurer Vorstellung.

00:22:52: aber mich wird es jetzt abschließend interessieren wie geht's denn euch persönlich mit dem Tod?

00:22:58: Wenn ihr an euren eigenen denkt habt ihr da Angst oder gar nicht?

00:23:04: Ich glaube dass der Tod uns die Verantwortung im Leben vorhält und insofern ist es in dem Moment, wo man Verantwortung für die Kinder übernimmt oder für das Unternehmen übernibt.

00:23:17: Für mich persönlich auch der Tod insofern etwas Sorgenvolles weil man immer auch den Gedanken in sich trägt wie geht's denn dann weiter?

00:23:27: Wer kümmert sich um die Kinder?

00:23:29: Wie geht das mit der Firma weiter?

00:23:31: Man wird vorsichtiger und das ist sicher der große Unterschied zur jungen Erwachsenen-Leichtigkeit, die man vielleicht hat, wo der Tod überhaupt keine Rolle spielt wo die Welt offen ist und wenn es mich nicht mehr gibt, dann dreht sie sich auch weiter.

00:23:47: Und in dem Moment, wo man aber Verantwortung übernimmt, glaube ich hat der Tod seine Schwere.

00:23:54: Dann kann man vieles regeln.

00:23:56: Gleichzeitig möchte man natürlich seine Kinder heranwachsen sehen und möchte auch den Erfolg oder das Fortgehen des Unternehmens miterleben.

00:24:05: Man möchte seine Beziehung leben.

00:24:06: Das heißt überall da, wo er in liebevollen Verbindungen steht, auch seine schwere Schlagseite im Leben.

00:24:14: Julia, wie geht es dir da?

00:24:16: Also mir ist meine eigene Endlichkeit schon sehr bewusst durch den Beruf aber man merkt dass da junge Frauen sterben in meinem Alter oder Kinder.

00:24:24: also das ist schon etwas was ich sehr was mich immer sehr nachdenklich stimmt und grundsätzlich vor dem Sterben habe keine Angst weil ich überzeugt bin dass ich in eine Liebe zurück gehe aus der ich komme aber möchte nicht dass es zu bald ist.

00:24:38: Also ich möchte meine Kinder heranwachsen sehen.

00:24:40: Ich möchte mein liebevolle Beziehung zu Martin leben, also ich möchte nicht dass es zu bald ist und vor allem nicht das meine Lieben sterben.

00:24:48: Das eigene Gehen – das ist ein nettes Problem.

00:24:51: Und einfach die Verbindung eh wieder mit Martin, dass man die Verbindungen nicht mehr leben kann, damit man seine Kinder nicht aufwachsen sieht.

00:24:58: Das ist schon schwer- und schmerzlich empfinde in der

00:25:03: Vorstellung."

00:25:04: dass man sich aus dem Heran wachsen und die beruflichen Tätik sein als Bestatter sicher mitnimmt, ist vielleicht noch der Gedanke das es um einen selber gar nicht so geht.

00:25:14: Also

00:25:14: d.h.,

00:25:14: es kommen Menschen auf die Welt, die haben Eltern und die haben Menschen um sich herum, die für sie sorgen in einem Kreis, indem sie aufwachsen am Freunde, die ihnen Halt im Leben geben Leben, dann inspirieren sie auf die gleiche Art und Weise wie Sie inspiriert worden sind andere Menschen.

00:25:33: Und wenn sie sterben, dann wird das auch ein wenig weitergetragen was man an Werten in der Welt gebracht hat oder was man An Überzeugungen lebt oder an Ideen hat.

00:25:42: Dann wird das jemand anderer aufgreifen.

00:25:45: Das heißt es geht nicht so sehr um mich und das ist dann wieder recht befreiend.

00:25:50: aber natürlich möchte Man mit den Lieben verbunden sein.

00:25:55: ihr find Man kommt drauf, wenn man sich auf die Vorstellung einlässt, dass das Leben endlich ist.

00:26:01: Kommt man darauf?

00:26:01: Welche Beziehungen und welche Menschen sind mir wichtig?

00:26:04: Und die erkennt es finde ich an sich schön!

00:26:06: Wenn man sagt okay mein Beziehung zu meinem Mann oder meine Kinder oder Freundschaften sind wir wichtig... Da kann ja sofort anfangen das mehr zu pflegen und jetzt eben mehr Raum in meinen Leben zu geben.

00:26:16: Und die Erkenntnis finde ich on sich schön.

00:26:18: Oder auch dem Sinn, was will ich gerne machen?

00:26:21: Was erfüllt mich ja das auch mehr zu leben.

00:26:23: Also da gerade wieder spannendes Buch gelesen, das Café am Rande der Welt, du weißt nicht ob es das kennt.

00:26:27: Ja jetzt

00:26:28: gerade gelesen von Schäden.

00:26:29: Genau, Zweck der Existenz und bin ich da um das mehr aus dem Herzen herauszuverfolgen.

00:26:35: Das hat mich auch da wieder und auch in Vorbereitung auf diese Folgen mit euch zum Thema Tod und Trauer sehr inspiriert.

00:26:42: Lieber Martin, liebe Julia wir könnten jetzt wie gesagt noch ewig durch ihm plaudern Aber wir werden natürlich einige Themen und Kreise abdecken.

00:26:52: Ich sage zu meinem herzlichen Dank für eure Vorstellung, auch schon sehr tief in Themen-Einblicke in euer Privatleben, weil das ist ja auch interessant, um einmal mitzubekommen eben wie Lebenbestatter selber diesen beruflichen Alltag!

00:27:08: Ich freue mich auf die kommenden Episoden und ... Wir sind es auch!

00:27:12: Ja

00:27:13: genau!

00:27:13: Wir sind schon gespannt was wieder erzählen wird?

00:27:15: Ich auch!

00:27:17: Liebe Hörerinnen und Lieberhörer, das war die erste Episode von In guten Händen at Dobritsberger.

00:27:24: Der Podcast rund um Leben tut und trauert.

00:27:27: Der podcast erscheint ab sofort immer am ersten Dienstag im Monat.

00:27:33: Abonniert uns gleich bitte auf der Podcast-Plattform Eures Vertrauens, Spotify Apple Podcasts damit ihr auch keine Folge mehr verpasst.

00:27:41: Vielen Dank, lieber Martin!

00:27:44: Lieber Julia und wir hören uns zum nächsten Mal in vier Wochen.

00:27:47: Bis zum nächsten

00:28:02: mal!

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